Förderquoten bleiben gleich

16. März 2007, 15:01
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Ölstaaten verzichten wegen Sorge um Weltkonjunktur und Dollar-Kurs auf Kürzungen

Wien - Die Mitgliedsländer der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) belassen ihre Förderquoten erwartungsgemäß auf dem gegenwärtigen Niveau. Dies entschieden die Ölminister der zwölf OPEC-Mitgliedsstaaten am Donnerstag nach dreistündigen Beratungen bei ihrer Frühjahrstagung in Wien. "Nach Beobachtungen des Marktes sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Angebot und Nachfrage gleichbleibend sind. Der Markt ist stabil und gesund, es gibt diesmal keinen Grund für Änderungen", sagte der amtierende Generalsekretär, Abdullah el Badri.

IEA plädierte für höhere Fördermenge

Die Mitglieder des Ölkartells zeigten sich besorgt über die jüngsten Kurseinbrüche an den weltweiten Aktienmärkten und die zuletzt stark unter Druck geratene US-Währung. Bei den beiden vorangegangenen Treffen hatten die OPEC-Mitglieder, die zusammen etwa ein Drittel des weltweiten Öls herstellen, die Produktionsmenge um insgesamt sechs Prozent gekürzt. Die Internationale Energiebehörde (IEA) erklärte diese Woche, die OPEC sollte angesichts der zuletzt gesunkenen Lagerbestände eine höhere Ölförderung in Betracht ziehen.

Die OPEC selbst erwarte, dass sich die Weltwirtschaft im laufenden Jahr ähnlich stabil entwickle wie 2006, hieß es im Abschlussdokument. Nach allen Indikatoren sei eine ausreichende Versorgung mit Rohöl sichergestellt, auch wenn eine gewisse Unbeständigkeit des Marktes bestehen bleibe. Die Konferenz werde den Markt weiterhin genau beobachten, um Stabilität und globales Wirtschaftswachstum zu sichern.

Die Entscheidung der OPEC war allgemein erwartet worden. Der amtierende Vorsitzende der Konferenz, der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed Al Hamli, hatte bereits in seiner Eröffnungsrede Preisstabilität als großes Anliegen der OPEC angeführt.

Preis weiterhin bei 60 Dollar

Die Preise liegen derzeit mit rund 60 US-Dollar je Barrel (159 Liter) deutlich unter dem Höchststand vom Juli des Vorjahres mit einer Spitze von 78,40 Dollar. In London sank der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent am Donnerstag leicht um 16 Cent auf 60,90 Dollar.

US-Leichtöl notierte in New York am Nachmittag weitgehend unverändert bei 58,17 Euro. Für eigenes Öl aus dem Kartell berechnete das OPEC-Büro einen Durchschnittspreis von 57,14 Dollar je Barrel. (APA/Reuters/dpa)

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