VP-Stiftungsrat Medwenitsch stellt sich hinter ORF

16. März 2007, 18:45
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Kritik an Prammer - Moderationsentscheidungen redaktionelle Entscheidung des ORF - Unvereinbarkeitsregeln notwendig

In der Causa Reiterer stellt sich Franz Medwenitsch, Leiter des ÖVP-"Freundeskreises" im ORF-Stiftungsrat, hinter Chefredakteur Karl Amon und die ORF-Geschäftsführung. "Welche Sendung Frau Reiterer präsentiert, ist ausschließlich eine redaktionelle Entscheidung des ORF", so Medwenitsch am Freitag zur APA. Der Wechsel der ORF-Journalistin Claudia Reiterer von der Parlamentssendung "Hohes Haus" zum neuen Konsumentenmagazin "Konkret" sorgte in den vergangenen Tagen für hohe Wellen.

Kritik an Prammer

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) hatte in einem offenen Brief an die ORF-Führung gegen die Verwendungsänderung Reiterers protestiert. Medienberichten zufolge wurde Reiterer von der Spitze der ORF-Fernseh-Information mitgeteilt, dass sie auf Grund ihrer Verbindung zu ihrem Lebensgefährten Lothar Lockl - er ist seit Herbst Generalsekretär der Grünen - und der damit verbundenen Unvereinbarkeit auf einen unpolitischen Moderatorenposten wechseln soll.

Unvereinbarkeitsregeln notwendig

"Der von Nationalratspräsidentin Prammer ausgeübte politische Druck ist inakzeptabel", sagte Medwenitsch dazu. "Es verwundert, wenn sich einer der ranghöchsten Repräsentanten der Republik um Moderationsfragen des ORF kümmert." Medwenitsch will den Fall in der nächsten Stiftungsratssitzung thematisieren. Allgemein gültige Unvereinbarkeitsregeln für ORF-Mitarbeiter kann sich der ÖVP-Stiftungsrat vorstellen. "Das Ausarbeiten von Unvereinbarkeitsregeln ist sinnvoll und notwendig. Schließlich steht das Vertrauen in die Objektivität der ORF-Information auf dem Spiel." (APA)

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