Linz: Entscheidung über Design der "neuen" Pöstlingbergbahn

22. März 2007, 14:46
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Fahrzeug Technik Dessau bekam Zuschlag für neue Garnituren und Renovierung von Altfahrzeugen

Bei der geplanten Revitalisierung der Bahn auf das Linzer Wahrzeichen Pöstlingberg ist eine wichtige Entscheidung vor allem über das künftige Aussehen gefallen. Die Firma Fahrzeug Technik Dessau (FTD) hat den Zuschlag für vier Neufahrzeuge im Retrolook und die Renovierung von drei Altfahrzeugen aus den Jahren 1950 bis 1959 bekommen. Der Auftragswert beträgt 9,55 beziehungsweise 5,35 Mio. Euro.

Die Ansichten der neuen Bahn, aber auch die technischen Details wurden vom Linzer Bürgermeister Franz Dobusch, Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer, Linz AG-Vorstandsdirektor Walter Rathberger und dem Designer Peter Döllmann in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag in Linz vorgestellt. Die auf dem neuesten Stand der Technik geplanten Niederflur-Garnituren - unter anderem barrierefrei - werden optisch an die Altfahrzeuge angelehnt. Das Design ist mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt worden. Als Vorlage dafür dienten Entwürfe der Linzer Kunstuniversität. Dass zuletzt Unstimmigkeiten zwischen Linz AG und Kunstuniversität auftraten, weil letztere vergeblich damit gerechnet habe, auch in die endgültige Gestaltung eingebunden zu werden, will sich Dobusch noch näher ansehen, alles müsse korrekt abgehandelt werden.

Verlängerung zum Hauptplatz

Zur Revitalisierung der Pöstlingbergbahn gehört, dass sie nicht mehr von der Talstation in Urfahr aus auf den Berg fährt, sondern bis zum Hauptplatz verlängert werden soll. Zudem soll sie zumindest vorerst nicht mehr nur bis 20.00 sondern bis 22.00 Uhr verkehren. Das soll sie stärker als bisher für Touristen attraktiver machen, aber auch als Öffentliches Verkehrsmittel. Die Gesamtkosten für das Projekt werden mit 32 Mio. Euro beziffert.

Die Bahn ist eine der weltweit steilsten Adhäsionsbahnen. Sie überwindet auf einer Streckenlänge von 2,9 Kilometern einen Höhenunterschied von mehr als 250 Metern. Die revitalisierte Bahn soll ab 2009 fahren - das Jahr, in dem Linz Europäische Kulturhauptstadt ist.

FTD war einer von vier Anbietern, die sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligt hatten. Ihr Angebot habe nicht nur technisch und wirtschaftlich die höchste Bewertung gehabt, auch die Gestaltung sei vom Bundesdenkmalamt an die erste Stelle gereiht worden, lautete die Begründung für den Zuschlag. FTD stellt Schienenfahrzeuge und Subsysteme her. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet und führt die Tradition des Waggonbaus Dessau fort. Seit 1946 haben über 54.000 Schienenfahrzeuge die Produktionshallen verlassen. Die 200 Mitarbeiter in Deutschland erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz von 25 Mio. Euro. (APA)

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