Männer in Röcken

Redaktion, 20. März 2007, 17:00
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    foto: apa/epa/giulio di mauro

    Kilt aus der Pringle-Kollektion für Herbst-Winter 2006

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    foto: ap/diane bondareff

    Schauspieler Brian Cox (l.) und sein Sohn Alan Cox bei der "Dressed to Kilt"-Modenschau im April 2006 in New York.

Heute gilt der Kilt, auch Schottenrock genannt, postmodern abgewandelt, wieder als en vogue - Seinen Ursprung hat er im 18. Jahrhundert

Auf den internationalen Laufstegen war der Rock für Männer im letzten Herbst wieder häufig zu sehen. Und dabei kam auch der Kilt erneut zu Ehren. Originalgetreu in traditionellem Karomuster war er genauso vertreten wie in stilistischen als auch politischen Neu-Interpreationen. Dabei ist die Propagierung dieses genuin weiblichen Kleidungsstücks für Männer so neu gar nicht. Vivienne Westwood, Jean Paul Gaultier und Alexander McQueen hatten bereits vor Jahren mit postmodernen Abwandlungen des Schottenrocks, wie er auch genannt wird, begonnen.

 

Geschichte einer Erfindung

Laut Kostümhistorikerin Inge Loschek ist der Kilt im Zusammenhang mit dem Volksstamm der Kelten zu sehen, die den "kelt" als eine Art Schurz um die Hüften gewickelt getragen haben sollen. Bei diesem Wickelrock (gal. "philibeg" oder "filibeg") wurde das Stoffende des Plaids ursprünglich über den Oberkörper gelegt. Den Halt auf der Hüfte sicherten Lederriemen und eine große Silbernadel. Die Spurensuche nach der Herkunft des Kilts führte auch zu der Legende, die den englischen Fabrikbesitzer Thomas Rawlinson als Erfinder ausweist. Er soll mehrere Hochlandschotten in seinem Stahlwerk beschäftigt haben, deren voluminöse Plaids die Arbeit beeinträchtigten. Rawlinson, so erzählt die Geschichte, kürzte die Plaids und nähte die zuvor durch Wicklung entstandenen Falten in den Rock mit ein. Das war 1725.

Und tatsächlich bezeichnet der Begriff Kilt seit dem 18. Jahrhundert einen knielangen, karierten, im Hinterteil aufwendig gefalteten Wickelrock aus Wollstoff. Während die klassische Rocklänge beim Knien den Boden nicht berühren darf, kann sie bei "kilted skirts" für Frauen - erst seit etwa 1920 - jede modische Länge aufweisen. Ebenso unterliegt die Musterung des Schottenrocks alten Gesetzen mit hohem Symbolwert. Der sogenannte "Tartan" ist dem jeweiligen Clan zugeordnet, also der Familie. Es gibt darüber hinaus jedoch auch Tartans, die nach Orten, Vereinen oder Berufsständen benannt sind. Allen gemeinsam ist die Intention des Erkennens und Abgrenzens.

Nationaltracht und Uniform

Zwischen 1747 und 1782 war die "highland dress", also Kilt, Plaid und Tartan, inklusive Mütze, Strümpfe und Dudelsack im britischen Parlament verboten. Auslöser war die Schlacht von Culloden. Nachdem Unruhen drohten, wurde sie 1782 wieder erlaubt. Danach erhielt sich der Kilt als Teil der Nationaltracht sowie als Parade- und Ausgeh-Uniform bis heute.

Ob der Schottenrock ohne Unterwäsche getragen wird, ist ein Geheimnis mit Tradition. Die Gefahr, dass ein Windstoß ungewollte Blöße bewirkt, soll angeblich aufgrund der Schwere des Stoffes nicht bestehen. (dabu)

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Æthelstæne 1
 
04
21.3.2007, 10:17
Zwischen 1747 und 1782 war die "highland dress", also Kilt, Plaid und Tartan, inklusive Mütze, Strümpfe und Dudelsack im britischen Parlament verboten.

Das war nicht im britischen Parlament verboten, sondern in ganz Schottland.
Warum hätte auch jemand im Parlament einen Dudelsack rumschleppen sollen?

Nach Culloden setzten die "Clearings" ein, deren erklärtes Ziel die Vernichtung der Highlandkultur und aller Ihrer Identifikationsbilder war. Neben lang erprobten Mitteln wie Deportation und standrechtlichem Mord wurde versucht, alle kulturellen Eigenheiten zu zerstören.
So wurde den Highlandschotten beispielsweise verboten, Ihre Musik zu spielen und ihre eigene Sprache, das Gälische, zu sprechen.

Siehe Wikipedia, Stichwort "Culloden"

ChesneyB
00

Das war nicht nur damals so. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war es z.B. in Schulen verboten, Schottisch-Gälisch zu sprechen. Das Resultat sehen wir jetzt: 1971 gab es nur mehr 100.000, die dieser Sprache mächtig waren, bei der letzten Volkszählung 2001 waren es gar nur mehr 60.000. (Ich schreibe übrigens mit Absicht Schottisch-Gälisch, da auch in Irland Gälisch gesprochen wird, welches aber ein bißchen vom Schottischen in Schrift und Aussprache abweicht.)

Wednesday
 
612
21.3.2007, 08:05

wieso tragen die männer in schottland röcke?
damit die schafe den zip nicht hören.

transistron
02
21.3.2007, 08:52

das ist ECHT grausig!

lhmarryy
23
21.3.2007, 09:26

aber gut :-)

Froschgebein
01
23.3.2007, 12:11
aso ?

plaudern sie hier aus dem nähkästchen?

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