Verzögerung bei Joint-Venture mit Nokia kostet Siemens Millionen

27. März 2007, 11:33
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Gemeinschaftsunternehmen startet mit drei Monaten Verspätung

Die Verzögerung beim Start des Gemeinschaftsunternehmens von Nokia und Siemens wegen der Schmiergeldaffäre kostet das Münchner Unternehmen 800 Millionen Euro. Statt wie ursprünglich vereinbart jeweils 1,6 Milliarden Euro bringt Nokia nun 1,7 Milliarden Euro und Siemens 2,4 Milliarden Euro ein, wie beide Firmen mitteilten. Finnischen Presseberichten vom Donnerstag zufolge ist dies eine Entschädigung für Nokia wegen der Verluste infolge der Verzögerung. Beide Firmen, die je zur Hälfte an dem neuen Unternehmen Nokia Siemens Networks beteiligt sind, versprechen sich durch das Zusammengehen Einsparungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bis 2010. Sie wollen zehn bis 15 Prozent der insgesamt 60.000 Stellen streichen.

Drei Monate

Nokia und Siemens hatten am Mittwochabend bekanntgegeben, dass das wegen der Siemens-Schmiergeldaffäre verschobene Joint-Venture nun drei Monate später als geplant am 1. April startet. In das Gemeinschaftsunternehmen geht die ehemals größte Siemens-Sparte ein, die Telefonnetze. Das Joint-Venture war im Juni beschlossen worden und sollte am 1. Januar starten. Mitte Dezember wurde es dann auf einen Termin im ersten Quartal des Jahres verschoben.

"Ethische Standards und Integrität"

In der neuen Firma wird großer Wert auf "ethische Standards und Integrität" gesetzt, wie Siemens und Nokia betonten. "Ethische Grundsätze gehen über Regeln, Programme und Prozesse hinaus und fordern als Firmenkultur entsprechendes Verhalten jedes Einzelnen", erklärte der designierte Chef Simon Beresford-Wylie, bislang Chef des Bereichs Netzwerke bei Nokia. In dem Gemeinschaftsunternehmen müssen demnach Geschäfte mit Regierungen, Behörden und externen Beratern gesondert genehmigt werden. Es gebe keine Toleranz gegenüber "ungesetzlichem oder unsauberem Geschäftsgebaren".

Vorsitzender des Aufsichtsrates von Nokia Siemens Networks wird Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo, sein Stellvertreter Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Von den übrigen fünf Vorstandssitzen gehen drei an Nokia und zwei an Siemens.(APA/dpa)

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