Ein letztes Mal Felix Gottwald

18. März 2007, 14:59
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Österreichs Kombinierer-Legende bestreitet auf dem Holmenkollen seine letzten Wett­kämpfe: "Wenn ich zurückkomme, bin ich kein Aktiver mehr"

Oslo - Einer der ganz Großen des österreichischen Sports sagt am Wochenende Adieu: Felix Gottwald, Doppel-Olympiasieger in der Nordischen Kombination und insgesamt 14facher Medaillengewinner bei Olympia und Weltmeisterschaften, bestreitet in Oslo in der Wiege des Nordischen Sports auf dem Holmenkollen seine letzten beiden Wettkämpfe.

Ein Gundersen-Bewerb am Samstag (12:30 Uhr Springen/16:15 15-km-Langlauf) und eine Sprint-Konkurrenz am Sonntag (10:30 Sprung/11:45 7,5 km LL) beschließen die lange Weltcup-Saison und eine der erfolgreichsten Karrieren des österreichischen Sports. Der 31-jährige Felix Gottwald, gut ein Jahrzehnt Leistungsträger im ÖSV-Kombinierer-Team, misst sich in Oslo zum letzten Mal mit der Weltklasse.

"Alles ist irgendwann einmal vorbei"

Wer besondere Sentimentalitäten bei Gottwald erwartet, täuscht sich. Zumindest nach außen hin gibt sich der Vorzeigesportler auch bis zum Schluss voll fokussiert. "Natürlich ist das letzte Mal etwas Besonderes. Aber alles ist irgendwann einmal vorbei, alles ist relativ", meinte Gottwald.

Er genieße es jedenfalls, noch einmal Sportler zu sein. "Ich gehe mit einer Riesenfreude in die Wettkämpfe. Aber Kostüm werde ich keines tragen, auch wenn ich dem Strobl Fritz seinen Abgang echt lässig gefunden habe", sagte der Salzburger mit Wohnsitz Ramsau. Einen besseren Abgang als der Kärntner könne man wohl nur schaffen, wenn man gewinnt. Und ein Sieg zum Abschluss seiner Karriere wäre wohl der i-Punkt auf diese Karriere. "Keine Frage, es gibt nichts Größeres für einen Sportler."

Auf der Suche nach neuer Herausforderung

Was Gottwald besonders freut, ist, dass ihm neben seiner Freundin, seiner Mutter und seiner Schwester auch viele Freunde und Wegbegleiter vor Ort in Oslo noch einmal die Daumen drücken. Von der Schanze werden sie ihn wohl wirklich das letzte Mal springen sehen. "Langlaufen kann man auch langsam, aber langsam Skispringen kann man nicht", sagt Gottwald. Neben dem Langlaufen will er künftig auch vermehrt Skitouren gehen. Und sich dann im "zivilen" Leben eine neue Herausforderung suchen.

Doch zuvor heißt es noch einmal auf in den Kampf um Meter und Sekunden. Und dann ist ein langes Kapitel im Leben des Felix Gottwald zu Ende. "Natürlich ist so ein Gedanke da: Wenn ich zurückkomme, bin ich kein aktiver Sportler mehr." Ein bisserl Sentimentalität darf es dann also doch sein. (APA)

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