Rom hofft auf baldiges Ende von Mastrogiacomos Entführung

19. März 2007, 15:15
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Afghanistans Präsident Karzai: Entführter Italiener noch am Montag frei

Berlin/Rom - Die italienische Regierung hofft auf ein baldiges, positives Ende der Bemühungen um die Freilassung des vor zwei Wochen in Afghanistan entführten Journalisten Daniele Mastrogiacomo. "Wir müssen warten. Es handelt sich um eine komplexe Operation", sagte der italienische Außenminister Massimo D'Alema bei einer Pressekonferenz in Rom. Regierungschef Romano Prodi versicherte, er werde persönlich die Medien über die Entwicklungen informieren.

Für Hoffnung sorgten in Rom die Worte des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, demzufolge Mastrogiacomo noch am Montag frei kommen wird. "Er sollte jetzt bereits freigelassen sein oder noch heute freigelassen werden", sagte der afghanische Staatschef nach Gesprächen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

An Stammesführer übergeben

Der 52-jährige Mastrogiacomo war Taliban-Angaben zufolge am Sonntag an Stammesführer übergeben worden. Für seine endgültige Freilassung hatten die radikal-muslimischen Rebellen aber auf die Erfüllung weiterer Forderungen gepocht. So sollte ein weiterer Taliban-Kämpfer aus afghanischer Haft entlassen werden. Karzai sagte nicht, ob diese Forderung erfüllt wurde.

Für Aufsehen sorgte in Rom der Chef der Linksdemokraten (DS, stärkste Regierungspartei), Piero Fassino. Dieser meinte, man sollte auch die Taliban zu einer von der italienischen Regierung befürworteten Friedenskonferenz über Afghanistan einladen. Der Vorschlag löste heftige Diskussionen wenige Tage vor dem Besuch D'Alemas bei der UNO aus. Der Außenminister will bei der UNO den italienischen Plan für die Afghanistan-Konferenz vorstellen.

Anfang März entführt

Mastrogiacomo, der in Karachi geboren wurde und seit 1980 für die italienische Zeitung "La Repubblica" arbeitet, war am 4. oder 5. März in der südafghanischen Unruheprovinz Helmand gemeinsam mit zwei afghanischen Kollegen entführt worden. Am Mittwoch zeigte das italienische Fernsehen ein Video, in dem der 52-Jährige die italienische Regierung bittet, sich für seine Freilassung einzusetzen. Medienberichten zufolge wurde der Fahrer des Journalisten am Donnerstag oder Freitag getötet. Mastrogiacomo und seinem Dolmetscher dürften aber wohlauf sein. (APA/Reuters/ANSA/dpa)

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    Der italienische Journalist Daniele Mastrogiacomo arbeitet für die Zeitung "La Repubblica". Auf einem Video von vergangener Woche bittet er die italienische Regierung um Hilfe.

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