Vergleich im Klagenfurter Plagiatsfall "Wickie"

13. Juli 2007, 13:10
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Fristlose Entlassung von Uni-Assistentin in "Einvernehmliche" umgewandet - 28-Jährige schreibt Diplomarbeit neu

Klagenfurt - Einen außergerichtlichen Vergleich gab es jetzt in einem Plagiatsfall an der Klagenfurter Universität, der österreichweit für Aufsehen gesorgt hatte. Die fristlose Entlassung einer ehemaligen Uni-Assistentin, die große Teile ihrer Diplomarbeit "Wickie und die starken Männer" aus dem Internet abgeschrieben hatte, wurde in eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses umgewandet. Die 28-Jährige verpflichtete sich, die Arbeit neu zu verfassen.

Externe Gutachter für neue Arbeit

Die Ex-Assistentin hatte sowohl gegen ihre Entlassung als auch gegen die Aberkennung ihres Titels gerichtlich Einspruch erhoben, jenen gegen das Aberkennungsverfahren aber mittlerweile zurückgezogen. Mit der nun erfolgten außergerichtlichen Einigung wird der Betroffenen laut Universitätssprecherin Karin Waldher auch eine Ausgleichszahlung für ihre Kündigung gewährt. Die Verfassung einer neuen Diplomarbeit werde von einem renommierten externen Gutachter betreut werden.

Zusammenkopiert

Die vom Salzburger "Plagiatsjäger" Stefan Weber aufgedeckte Wickie-Arbeit war 2004 am Institut für Medienkommunikation der Uni Klagenfurt eingereicht und mit "Sehr gut" beurteilt worden. Auf Grund eines Hinweises aus dem Institut habe er die Arbeit untersucht und herausgefunden, dass fast 40 Prozent davon aus verschiedenen Internetseiten zusammenkopiert worden seien, erklärte Weber. Die "Ombudsstelle zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis" der Klagenfurter Uni holte weitere Gutachten ein und musste dann im Jahre 2006 erhebliche Teile der Diplomarbeit als Plagiat einstufen.

"Nicht blind vertrauen"

Vizerektorin Jutta Menschik-Bendele sieht in der jetzt erzielten Einigung viel Positives: "Wir haben alle aus diesem Fall gelernt. Die Autorin will mit ihrem Neustart beweisen, dass sie korrektes wissenschaftliches Arbeiten beherrscht. Wir als Universität haben 'Wickie' zum Anlass genommen, unser bisheriges Programm im Bereich der Vermittlung von wissenschaftlichen Arbeitstechniken zu erweitern, aber auch, nicht blind zu vertrauen." Man wolle "Studierende fördern und unterstützen, nicht Existenzen vernichten", so die Vizerektorin in einer Aussendung.

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