Trotzkisten Laguiller und Besancenot kandidieren wieder getrennt

19. März 2007, 12:09
2 Postings

Ende der Einreichungsfrist für französische Präsidentenwahl: Zehn Kandidaten dürften Hürde überwunden haben

Paris - Die beiden Trotzkisten Arlette Laguiller und Olivier Besancenot werden wie schon vor fünf Jahren an der französischen Präsidentenwahl teilnehmen. 2002 hatte die Kandidatin von "Lutte Ouvrière" (Arbeiterkampf) (LO) 5,8 Prozent der Stimmen bekommen, ihr Mitbewerber von der "Kommunistischen Revolutionären Liga" (LCR) 4,3 Prozent, während auf den damaligen Chef der Kommunistischen Partei (PCF), Robert Hue, nur knapp 3,4 Prozent entfallen waren. Für die 65-jährige Bankangestellte Laguiller ist es jetzt bereits die sechste Präsidentschaftskandidatur in 33 Jahren. 1995 hatte sie es in der ersten Runde auf 5,3 Prozent der Stimmen gebracht.

Besancenot, von Beruf Briefträger, kündigte am Donnerstagabend in einem Fernsehinterview an, dass er über 530 Patenschaften verfüge, obwohl von Regierungsseite und auch von der Sozialistischen Partei (PS) starker Druck auf Gemeindeebene ausgeübt worden sei, um seine Kandidatur doch noch zu verhindern. Wer zur ersten Runde der Präsidentenwahl antreten will, muss bis zum heutigen Freitagabend beim Verfassungsrat (Conseil constitutionnel) 500 Unterschriften von gewählten Mandataren (Abgeordnete, Senatoren, Regionalräte, Generalräte von Départements oder Bürgermeister - insgesamt rund 42.000 Personen) einreichen.

Zehn Kandidaten

Insgesamt dürften etwa zehn Kandidaten die Hürde überwinden, vor fünf Jahren waren es 16 gewesen. Sicher ist die Teilnahme der offiziellen Kandidaten aller fünf im Parlament vertretenen Parteien: der Konservative Nicolas Sarkozy, Innenminister und Chef der bürgerlichen Mehrheitspartei UMP, die Sozialistin Ségolène Royal, der Chef der Zentrumsdemokraten (UDF), Francois Bayrou, die Chefin der Kommunistischen Partei, Marie-George Buffet, und die Grüne Dominique Voynet.

Auch der Chef der rechtsextremen "Nationalen Front" (FN), Jean-Marie Le Pen, tritt erneut an. Er reichte am Mittwochabend die letzten von 535 Unterstützungserklärungen beim Verfassungsrat ein. Der Rechtsnationalist Philippe de Villiers hatte 530 Patenschaften, Gérard Schivardi von der linksextremen Arbeiterpartei (Parti des Travailleurs/PT) 539. (APA)

Share if you care.