Bammer verblüfft in Indian Wells

30. März 2007, 21:59
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Oberösterreicherin be­siegt als Nummer 13 ge­setzte Französin Golovin in zwei Sätzen, steht bereits im Halbfinale des topbesetzten Turniers

Indian Wells - Der Durchmarsch von Sybille Bammer beim WTA-Tennis-Millionen-Turnier in Indian Wells hat auch vor Tatiana Golovin nicht Halt gemacht. Die Oberösterreicherin besiegte mit 6:2,6:3 im Viertelfinale gegen die als Nummer 13 gesetzte Französin die zweite Top-20-Spielerin en suite, nachdem sie im Achtelfinale die Serbin Ana Ivanovic (10) ausgeschaltet hatte. Bammer wird am Montag erstmals in den Weltranglisten-Top-30 aufscheinen.

Bammer machte mit ihrer 19-jährigen Gegnerin kurzen Prozess, gab im Turnierverlauf damit weiter nur einen Satz ab - und zwar gegen Ivanovic den ersten im Tiebreak. Die Ottensheimerin startete mit einem schnellen Break und setzte mit einem weiteren zum 5:2 nach, ehe sie zur 1:0-Führung in Sätzen ausservierte. Im ganzen Match war die ÖTV-Fed-Cupperin aufschlagstark, gab nur einen von 24 Punkten mit ihrem ersten Service ab.

Bammer nicht aus der Ruhe zu bringen

Nur im zweiten Game des zweiten Satzes schien die 26-jährige Österreicherin zu wanken, als Golovin ihren zweiten Aufschlag erfolgreich attackierte und auf 2:0 stellte. Doch Bammer konterte einmal mehr konsequent, ließ das erste von noch drei Breaks folgen und der gebürtigen Russin keine weitere Breakchance mehr. Nach 71 Minuten war die Partie beendet, Bammer stand in ihrem ersten Tier-I-Semifinale.

Es ist der bisher größte Erfolg in der Karriere der Mutter der fünfjährigen Tina, höher einzustufen als ihr Turniersieg vor knapp fünf Wochen in Pattaya. Denn während sie in Thailand gegen schwächere Konkurrenz 115 Punkte für die Weltrangliste einheimste, sind es in Kalifornien gegen die Weltelite nun schon 210. Schafft sie den Final-Einzug, würde Bammer statt ihrer vorläufigen imaginären Position 30 sogar Platz 25 einnehmen.

Swetlana Kusnezowa wartet

Um das zu schaffen, galt es für die als Nummer 33 gesetzte Bammer am Freitag (nicht vor 22:00 Uhr MEZ) aber die Hürde Swetlana Kusnezowa zu überwinden. Die auf Position zwei eingestufte russische Weltranglisten-Vierte setzte sich im Viertelfinale gegen die Tschechin Nicole Vaidisova (6) 6:3,6:4 durch. Das einzige bisherige Duell der beiden entschied die 21-Jährige aus St. Petersburg bei den Berlin Open 6:2,6:4 für sich.

Für Bammer-Coach Jürgen Waber ist das aber nicht unbedingt ein Gradmesser. "Die wissen jetzt alle nicht, wie sie gegen Sybille spielen sollen", bezog sich der Trainer auf das neu aufgezogene Spiel seines Schützlings. Besonders der linkshändige Slice-Aufschlag, gepaart mit variantenreichem Spiel und Winkelbällen macht Bammer unberechenbar. Waber: "Sybille macht jetzt viel mehr Druck als früher."

In der Weltspitze angekommen

Und Bammer ist nun in der Situation, sich nicht mehr nach dem Spiel der Gegnerin richten zu müssen. "Sybille ist jetzt in der Weltspitze angekommen", erklärte der am (morgigen) Samstag in die USA nachreisende Waber. "Sie ist jetzt in einer anderen Dimension, in der man sein Spiel selbst aufziehen muss. Darauf haben wir kontinuierlich hingearbeitet. Im Training spielt sie ja sogar oft noch viel besser."

Der Betreuer glaubt auch, dass Österreichs Nummer eins noch gar nicht realisiert hat, was sie geleistet hat. "Das wird erst in einer Woche kommen. Wir haben uns ja die Top 30 bis zum Jahresende vorgenommen. Jetzt müssen wir nur noch schauen, dass sie drin bleibt." Sollte Bammer gegen Kusnezowa ihr erster Sieg gegen eine Top-10-Spielerin gelingen, ginge es am Samstag gegen die Slowakin Daniela Hantuchova (14) oder die Chinesin Ni La (12) um den Titel.

Bammer ist also die mit Abstand am schlechtesten gesetzte Spielerin im Halbfinale, aber die einzige mit einem Turniersieg 2007. "Ich probiere gegen Kusnezowa einfach nur wieder, mein Spiel zu spielen", erklärte Bammer. "Ich habe zur Zeit viel Selbstvertrauen." Das erkannte auch Golovin. "So eine Niederlage ist mir schon lange nicht passiert", sagte die in Florida wohnhafte Weltranglisten-19 desillusioniert.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bammer mit Tochter bei der Pressekonferenz in Indian Wells.

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