Ethanol: Die Energiebilanz

Es hängt davon ab, wie man es macht

Die Energiebilanz verrät uns, ob es überhaupt Sinn macht, Ethanol zum Autofahren zu verwenden. Und der Preis entscheidet, ob Ethanol auf dem Markt überhaupt eine Chance hat. Die Energiebilanz etwa ist nur bei sehr modernen Produktionsanlagen ausreichend positiv.

Laut Bundesverband deutscher Brennereien liegt das Verhältnis zwischen Energie-Gewinn und Energie-Eintrag für den Prozess bei klassischer großtechnischer Produktion von Alkohol aus Getreide nur schwach positiv, nämlich bei Faktor 1,32. Das heißt, zur Gewinnung von 1,32 Megajoule (MJ) Ethanol wird 1 Megajoule fossiler Energie verbraucht.

Neuere Methoden

Allerdings weist man auf neuere Verarbeitungsmethoden hin, die einen Wirkungsgradfaktor bis 2,8 aufweisen. Aus 1,0 Megajoule fossiler Energie kann man also entweder 0,8 MJ Benzin oder 2,8 MJ Ethanol machen. Düngemitteleinsatz, Transportwege, Umwandlungsverluste summieren sich ganz kräftig.

Und nicht zu übersehen: Es entsteht eine große Menge an Nebenprodukten, die nicht immer sinnvoll weiterverwendet werden können. So ist es bei der derzeitigen Ethanolproduktion kein Problem, die anfallende Schlempe zu trocknen und als Futtermittel zu verwerten. Sobald wir aber mit Ethanol Auto fahren wollen, fällt so viel davon an, dass es den ganzen Futtermittelmarkt durcheinanderwirbelt.

Durchaus sinnvoll

Man kann aber auch aus der Schlempe Biogas und Düngemittel machen, was die Energiebilanz deutlich verbessert und nicht den Futtermittelmarkt irritiert. Fazit: Produziert man Ethanol nach alter Schnapsbrennermethode, ist es in jeder Hinsicht unrentabel. Achtet man hingegen auf eine sinnvolle Nutzung aller Energiekreisläufe, erscheint Ethanol als Energieträger durchaus sinnvoll. Und in dieser Richtung wird EU-weit im Rahmen des so genannten Renew-Projekts auch intensiv geforscht. (rs, AUTOMOBIL, 16.3.2007)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

Share if you care