Ehemann erstochen: Sieben Jahre Haft und Einweisung für Angeklagte

19. März 2007, 14:27
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Verurteilung wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge - 33-Jährige ursprünglich des Mordes angeklagt

Krems - Zu sieben Jahren unbedingter Freiheitsstrafe wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge ist am Donnerstag eine 33-Jährige am Landesgericht Krems verurteilt worden. Die Frau, ursprünglich des Mordes angeklagt, soll im Oktober des Vorjahres ihren 24-jährigen Ehemann in Gmünd erstochen haben. Zudem wurde die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher angeordnet. Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig.

Schuldig gesprochen wurde die einschlägig vorbestrafte Mutter von vier Kindern auch des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der Körperverletzung. Sie hatte nach ihrer Festnahme zwei Polizisten gebissen.

Die Bluttat hatte sich am 3. Oktober zugetragen. Den Attacken war ein heftiger Streit zwischen den Eheleuten vorausgegangen. Im Zuge dessen habe die 33-Jährige ihrem Mann mit einem Küchenmesser gezielt ins Herz gestochen, hieß es in der Anklage. Beide waren zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert. Als der Mutter nach der Festnahme ihre Kinder entzogen werden sollten, wurde die Frau dann aggressiv und verletzte zwei Exekutivbeamte.

Die Angeklagte stritt bei der Befragung des vorsitzenden Richters des Geschworenensenats, Peter Wittmann, jegliche Tötungsabsicht ab. Sie habe gedacht, "jetzt drischt er mich wieder" und aus Schutz das Messer ergriffen. Als sich der 24-Jährige ihr genähert habe, sie saß zu dem Zeitpunkt auf einer Bank, habe sich dann mit dem Körper zurückgelehnt, dabei sei der 24-Jährige von der Tatwaffe verwundet worden.

Unterschiedliche Versionen

Wie sich die Attacke tatsächlich abgespielt hatte, darüber waren unterschiedliche Versionen bekannt. Staatsanwalt Friedrich Kutschera ortete einen absichtlichen Messerstich, der Anwalt der Angeklagten sprach davon, dass das Opfer womöglich auf Grund seiner hohen Alkoholisierung in das Messer "hineingelaufen" sein könnte. Wenig aufschlussreich waren dazu auch die Aussagen der 33-Jährigen. "Ich weiß es wirklich nicht", sagte sie unter Tränen zum Richter. Sie habe ihren Ehemann aber in jedem Falle nicht absichtlich verletzten geschweige denn töten wollen.

Der Prozess war begleitet von teils heftigen Gemütsäußerungen. Angehörige und Freunde des Opfers ließen ihrem Unmut über die Angeklagte verbal mehrmals freien Lauf. Sie wurden von Wittmann öfters ermahnt. Nach der Verlesung der Plädoyers kam es dann zu einem kurzfristigen Tumult: Eine Frau, eigenen Angaben nach die Tante des Verstorbenen, wurde von zwei Exekutivbeamten abgeführt. Sie hatte sich zuvor von ihrem Sitz erhoben und lautstark versucht, die Geschworenen zu beeinflussen: "Es war Mord, geplant war das", schrie sie sichtlich wütend durch den Gerichtssaal. (APA)

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