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In St. Andrews ist Golf noch echte Handarbeit.

Der Altmeister von Anderson & Sons empfiehlt Hickoryholz und eine ruhige Hand.

Ball am "The Old Course".
St. Andrews Old Course ist nämlich der Heilige Gral des Golfsports, und die Zeit vor einem regulären Abschlag gleicht für viele dem Fegefeuer. Die Wiege des Golfsports, an der gelangweilte Schotten im 14. Jahrhundert erstmals Buchsholz-Kügelchen über den Rasen katapultierten, ist nämlich etwas überbelegt. Anmeldungen für das Spiel auf dem ältesten Golfplatz der Welt platziert man am besten 18 Monate im Voraus.
"Danger! Golf in process"
Das ist die eine Seite des schottischen Küstenstädtchens St. Andrews: Exklusivität und so viel Tradition, dass man sogar als Nichtgolfer das Gefühl bekommt, etwas verpasst zu haben. Doch man verpasst gar nichts - und darum geht es hier zunächst. Schieben wir also zur näheren Vertiefungen, nein: keinen Caddy, sondern einen schlichten Kinderwagen über den berühmtesten, ältesten Golfplatz der Welt, auf dem immerhin 27 Open ausgetragen wurden und der auch gestählten Profis noch Herzflattern verursacht. Kies knirscht unter den Wagenrädern, den Straßenschuhen.
Auch normale Spaziergänger können hier die legendären Gruselecken des Golfsports einsehen: Shell, Hell Bunker, das berüchtigte Road Hole. Einige Meter weiter rechts das Steinbrückchen Swilton Bridge - und Hinweistafeln für Spaziergänger. "Danger! Golf in process", besagen Letztere. Und: "Den Platz bitte so schnell wie möglich überqueren." Gründe, das zu tun, gibt es ja auch ohne tief fliegende Golfball-Geschoße zur Genüge: Erstens liegt ein flacher Sandstrand samt Promenade auf der anderen Seite des Old Course. Ferner die schrillen Schreie der Möwen und die weiß gestrichenen Pavillons der viktorianischer Seebad-Kultur. Alles da, plus herrlich salzige Luftbäder am Rand einer Landschaft, die sich sanft und in weichen, grünen Wellen der Nordsee entgegenwälzt. Bloß elektronische Sperren und hohe Mauern, fleckenlos wie Marines-Uniformen, und Security-Gorillas erspart einem der allerberühmteste Golfplatz der Welt. Das Prinzip Dagobert greift an der Wiege des Golfsports nicht.
Golf gehört allen
Was unbedarfte Besucher in St. Andrews erahnen, bestätigt erst recht ein Rundtrip durch die restliche Grafschaft Fife. Unmittelbar nördlich von Edinburgh, jenseits der Meerenge Firth of Forth, hat sich hier eine einzigartige Verdichtung an alteingesessenen Golfplätzen entwickelt - 45 Plätze, die Einblick in die Hinterhöfe schottischer Arbeitersiedlungen erlauben, Fairways, die einmal von Zuglinien durchschnitten wurden, und Golf Courses, die mit einem Clubhaus mit rauem Lagerhallen-Charme aufwarten - und dann mit einem ganz anderen, in einem 600 Jahre alten Schloss. Ein durchaus repräsentativer Durchschnitt, wenn man so will. Denn Golf ist in Schottland ein Spiel, das allen gehört, an dem sich Fabriksarbeiter, Intellektuelle und Reiche der gleichen Arbeit am eigenen Handicap stellen. Darauf verweisen allein schon die kleinen Indizien des Alltags: Bälle, die im Supermarktregal neben Arbeitshandschuhen und Dosenbier auftauchen. Schulkids, die im abgewetzten Trainingsanzug über Traumplätze schlurfen, weil am Fußballplatz nebenan nicht genug Burschen aufzutreiben waren. Also heißt es nun: Chippen. Pitchen. Putten. Schwingen. Mit den alten Schlägern der großen Brüder. Besser als Physik büffeln ist die angewandte Schwerkraft allemal ...
St. Andrews stellt mit mittlerweile zehn Plätzen in unmittelbarer Stadtnähe, mit exklusiven Läden, einem Golfmuseum und vor allem seiner weltweit einzigartigen Reputation als Mekka des Golfsports eine Ausnahmesituation dar. Klar, Groß-Golfbaustellen und 60 Millionen Pfund teure Prestigeobjekte künden auch hier davon, dass die Ausschluss-Mechanismen der Golfsport-Kommerzialisierung längst angekommen sind. Verschrobene Läden wie der auf historische Holzschläger spezialisierte von D. Anderson & Sons können daran nichts Wesentliches ändern. Wirklich volksnah wird das Sozioökosystem des Fife - grüne Dauerwelle mit Löchern drin - denn auch erst außerhalb des historischen St. Andrews. Saline ist so ein Fall. Neun Löcher. Ein Clubhaus, das nicht nur den Golfern, sondern dem ganzen Ort dient, als Pub, Tanzdiele, Bingo-Halle. Bergarbeiter legten den Golf Course an - während eines Minenstreiks. Kaum einer der Plätze, die nicht ähnliche Eigenheiten haben. Altes Industrieeisen und 300 Jahre alte Baumgiganten flankieren die Fairways, bei Cupar sogar eine Friedhofsmauer. Hier liegt Schottlands ältester Neun-Loch-Platz, und gleich nebenan die Toten, und außerdem eine Schutzzone für einen Friedhofsengel - aus feinmaschigem Hasendraht. Jetzt sind seine Steinflügel auch gegen verirrte Bälle immun. (Robert Haidinger/DER STANDARD/Rondo/16/03/2007)
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lieb geschrieben. Passt. Macht Lust auf St. Andrews.
Hab dort (am Old Course) schon gespielt.
Mit HCP 4 (so hieß das damals...), immerhin 94 Schläge. Bei strömendem Regen und Wind, so um 80km/h.
Ich hab die Rechnung, nachher nicht bezahlt!
Und danach: 2 Wochen bettlägrig. Aber: Frauen (ich liebe, achte und verehre DAMEN), waren an diesem Tage nicht zu sehen. Obwohl die (eh schon wissen) Schilder längst abmontiert waren. Und: auch kein Hund, weit und breit.
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