Italien will Handys an Schulen verbieten

16. Juli 2007, 11:16
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Vorschrift soll für SchülerInnen und LehrerInnen gelten - Als Strafe droht Putzen und Ausschluss von Prüfungen

Rom - Die italienische Regierung will scharf gegen Handys im Klassenzimmer vorgehen. Unterrichtsminister Giuseppe Fioroni plant eine Vorschrift, die allen Schülern verbietet, Handys in der Schule eingeschaltet zu halten. Die Beschlagnahmung des Mobilfunktelefons droht den Schülern, die sich nicht an diese Richtlinie halten. Wer wiederholt mit eingeschaltetem Handy ertappt wird, dem drohen Strafen wie das Putzen der Klassenzimmer. In den extremsten Fällen droht Schülern der Ausschluss von den Abschlussprüfungen.

SMS bei Prüfungen

In den vergangenen Jahren hatten sich zahlreiche Maturaprüflinge die gestellten Aufgaben per SMS-Botschaft beantworten lassen. Jetzt fallen die Schüler automatisch durch, wenn sie sich mit Handy erwischen lassen. Auch Lehrer soll streng verboten werden, Mobilfunktelefone im Klassenzimmer eingeschaltet zu halten.

Handys in der Volksschule

In Italien bimmeln sogar in der Volksschule die Handys. Wird ein Kind zurechtgewiesen, beschwert es sich prompt telefonisch bei der "Mamma". Und zum Leidwesen der Lehrer werden unter der Bank eifrig SMS-Botschaften ausgetauscht. "Das entspricht für diese Kinder den Briefen, die sie nie geschrieben haben", sagt die Psychologin Margherita Savoini. "Diese Art der Kommunikation sollte nachdenklich stimmen, vor allem wenn man bedenkt, dass die jüngeren Generationen inzwischen kaum mehr Bücher lesen."

Italienische Psychologen warnen die Eltern, ihren Kindern nicht vor dem Alter von zwölf Jahren Handys zu schenken. Die Bambini seien immer mehr von einem "technologischen Spielzeug" abhängig, statt persönliche Kontakte zu entwickeln. Der Kinderschutzverband Moige rät den Eltern auch aus anderen Gründen, den Kauf von Handys für den Nachwuchs hinauszuzögern. "Man kennt immer noch nicht die Effekte elektromagnetischer Wellen auf das Gehirn. Kinder sollten daher von Mobiltelefonen fern gehalten werden. Außerdem sind Handys ein Weg, mit dem Pädophile leichter mit Kindern in Kontakt treten können", so ein Sprecher des Verbands. (APA)

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