"Keine betriebsbedingten Kündigungen"

25. Juli 2000, 18:20

BA-Betriebsratschefin Fuhrmann: "Dass die Bank Austria den Mitarbeiterstand auf 12.000 senken wird, ist nicht neu"

Wien - Der Betriebsrat der Bank Austria beruhigt verunsicherte Mitarbeiter: Durch die Eingliederung der Bank Austria (BA) in den HypoVereinsbank-Konzern werde die Sicherheit der bestehenden Arbeitsplätze insofern garantiert, als es eine Vereinbarung zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen gibt, teilte BA-Zentralbetriebsratsvorsitzende Hedwig Fuhrmann am Dienstag mit. Die Rechte der Mitarbeiter blieben gewahrt.

Die Überraschung sowie teilweise Betroffenheit von Öffentlichkeit, Kunden und Mitarbeitern über Ausmaß und Zeitpunkt der Eigentümerveränderung bei der Bank Austria sei verständlich. Das Tempo hätten der Sachzwang zur Diskretion, die Marktpolitik und die bilaterale Verhandlungsführung diktiert.

Struktur bleibt erhalten

Dass die Bank Austria nach Integration in die bayerische HypoVereinsbank ihren Status als eigenständig behält und die Mitarbeiter ihre Rechte (unter anderem den Sparkassen-Kollektivvertrag), "das ist auch mein Verdienst". Dies stellte Fuhrmann fest. "Alles andere hätte ich nicht vertreten können", so Fuhrmann.

Dass die AVZ minimal an der Bank Austria beteiligt bleibt und auch gesellschaftsrechtlich fixiert wird, dass also ein "Merger nach oben" nicht kommt, sichere den Wunsch nach Eigenständigkeit. Da trafen sich laut Fuhrmann die Interessen von Vorstand und Belegschaft. "Es ist in geeigneter Form sichergestellt." In der von der Stadt Wien kontrollierten AVZ hat der BA-Betriebsrat großes Mitbestimmungsrecht und könnte die Anbindung an die HVB blockieren.

Der Zusammenschluss mit der HypoVereinsbank sei eine geschäftspolitische Entscheidung und somit eine Vorstandsentscheidung. "Da kann man nicht Rollen tauschen", der Betriebsrat sei Interessensvertretung. "Meine Aufgabe ist es, Mitarbeiterrechte abzusichern. Das ist gelungen".

Kein Grund zur Besorgnis

Mitarbeiter könne man nur für eine Lösung begeistern, wenn sie ihre Jobs sicher sähen. "Hier hat auch der Vorstand in Vorlage zu treten", so Fuhrmann. Voerst bestehe aus betriebsrätlicher Sicht für Kunden und Mitarbeiter kein erkennbarer Grund zur Besorgnis bezüglich Einbußen von Servicequalität und Rechten sowie für die die absehbare Entwicklung der Bank Austria, so Fuhrmann.

Dass die Bank Austria bis 2001 den Mitarbeiterstand im Inland auf unter 12.000 senken wird, "ist nicht neu", sagte Fuhrmann. Diese Rationalisierungsmaßnahme werde nach bestehenden Vorstandszusagen ohne Kündigungen, mit natürlicher Fluktuation, erfolgen. Ungeachtet des Eigentümerwechsels. Was die Synergien von Bank Austria und HypoVereinsbank in Osteuropa für die Belegschaft dort bedeuten werden, könne sie noch nicht abschließend beurteilen, meinte Fuhrmann.

Zum laufenden Flächen- und Filialstraffungsprogramm verweist Fuhrmann darauf, dass dabei zweifellos auf die Deckungsbeiträge geachtet werde. Dass in den nächsten zwei oder drei Jahren jede fünfte Filiale schließen soll, habe sie, Fuhrmann, vom Management "noch nicht authentisch gehört". (APA,Reuters)

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