Ausstellungen präsentieren Ergebnisse der Mumienforschung

23. März 2007, 18:10
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Schauen in Deutschland zeigen im Herbst Mumienportraits, ein Fayence-Perlennetz und Mumien als Zufallsprodukte

Stuttgart/Mannheim - "Unsterblichkeit und ewiges Leben" - mit zwei großen Mumienausstellungen in Stuttgart und Mannheim soll Baden-Württemberg im kommenden Herbst zum "Land der Mumien" werden. Vom 6. Oktober 2007 bis zum 24. März 2008 zeigt das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart nach Angaben vom Donnerstag eine Landesausstellung zum Thema "Ägyptische Mumien". Viele der 350 Ausstellungsstücke stammen aus der eigenen Sammlung. Als Attraktion gilt ein Fayence-Perlen-Netz, es wird im Zentrum der Archäologie-Schau gezeigt. Fast zeitgleich präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen (Mannheim) vom 30. September bis 24. März 2008 über 60 Mumien.

Sechs Mumienporträts

Vor 100 Jahren hatte der Stuttgarter Fabrikant Ernst von Sieglin seine ägyptisch Sammlung dem Landesmuseum vermacht. Diese bildet den Grundstock und den Anlass für die neue Ausstellung, die die "faszinierende Gedankenwelt des Alten Ägypten" abbilden möchte, wie die Direktorin des Landesmuseums, Cornelia Ewigleben, betonte. Neben vollständig erhaltenen Mumien werden sechs Mumienporträts gezeigt, die nach Ansicht Ewiglebens zum Teil von herausragender Qualität sind.

Transparenz in der Mumienforschung

"Das religiöse Ritual, den toten Körper durch ausgefeilte Techniken dauerhaft zu erhalten und kunstvoll zu verzieren, ist ein überaus spannendes Forschungsfeld", meinte sie. Deshalb sollen unter anderem auch wissenschaftliche Methoden und Ergebnisse der Mumienforschung präsentiert werden, Bilder aus dem Computertomographen schenken außerdem tiefe Einblicke ins Innere der Mumien.

Fayence-Perlennetz

Mit fünf ägyptischen "Götterboten" - prächtig verkleidete Schauspieler auf Stelzen - möchte das Museum bis Herbst landesweit für seine Ägypten-Ausstellung werben. Besondere Aufmerksamkeit wird einem wertvollen Fayence-Perlennetz geschenkt, das bei vielen Mumien zur Grundausstattung gehört. Das Netz, das ursprünglich aus 22.000 Perlen bestand, wird aufwendig restauriert und ist dann eine der Hauptattraktionen der Ausstellung.

Zufallsprodukt Mumie

Im Gegensatz zu den künstlich mumifizierten Menschen aus Ägypten widmen sich die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim in ihrer Sonderausstellung vom 30. September bis 24. März vor allem den natürlichen Mumien, darunter zum Teil regelrechte Zufallsprodukte wie Tiermumien aus dem ewigen Eis. 60 von ihnen, zum Beispiel eine Katzenmumie aus einem mittelalterlichen Gewölbekeller, bezeugen dies auf eindrucksvolle Weise. Sie sollen die Besucher mit diesen Zeugen einer vergangenen Epoche und mit ihren Lebensumstände vertraut machen. Auch hier steht der Wunsch des Menschen nach Unsterblichkeit im Mittelpunkt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zeugen einer vergangenen Epoche: Im Bild eine ägyptische Mumie, 2.600 Jahre alt, erst vor zwei Jahren entdeckt.

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