Schau zeigt Geschichte der Verhütung

15. März 2007, 20:10
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Rund 900 Exponate aus aller Welt aber auch Anekdoten und Interviews mit "Engelmacherinnen" und Ärzten

Wien – "Petersilie Suppenkraut wächst in unserm Garten. Unsere Liesel ist die Braut, kann nicht länger warten. Roter Wein, weißer Wein, morgen soll die Hochzeit sein!" So heißt es in einem Kinderreim, der fein säuberlich zwischen Fischblasenkondom und Mutterdusche, aufgehängt wurde. Er hat Platz im neuen "Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch". gefunden, galt Petersilie doch bis Anfang des vorigen Jahrhunderts als wirksames und häufig praktiziertes Mittel zur Abtreibung.

Das Museum im 15. Wiener Gemeindebezirk (Mariahilfer Gürtel 37) zeigt, welche Verhütungsmittel und Abtreibungsmethoden noch praktiziert wurden, bevor es Latexkondome, Pille, Fristenlösung und Mifegyne gab. Zu den rund 900 Exponaten aus aller Welt zählen unterschiedlichste Instrumenten und Behelfe zur Abtreibung, Plakate, Informationsschriften, aber auch Anekdoten und Interviews mit "Engelmacherinnen" und Ärzten. Das "Highlight" der Ausstellung ist ein Film über den so genannten "Froschtest", einen bis 1964 durchgeführten Schwangerschaftstest.

Christian Fiala, Gynäkologe und Begründer des Museums, ist immer noch erstaunt über die große Anzahl an historischen Verhütungsmitteln: "Heute hat man Mühe sich vorzustellen, warum Frauen nach einem Verkehr eine Scheidenspülung mit Coca Cola oder anderen Softdrinks angewendet haben." Fiala hofft, mit seiner Arbeit zu einem besseren Verständnis "für die Kraft der Fruchtbarkeit und die Notwendigkeit, diese selbst zu bestimmen", beitragen zu können. (spe, DER STANDARD - Printausgabe, 16. März 2007)

Link: "Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch"

"Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch" am Mariahilfer Gürtel 37, ab 16. März von Mittwoch bis Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintritt: Acht Euro, ermäßigt vier Euro.

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    Verhütungsexponate aus allen Teilen der Welt

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    Der Leiter des Ambulatoriums Gynmed, Christian Fiala bei der Museumseröffnung

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