Auch Amöben können sich erinnern

23. März 2007, 19:14
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Eine Art Erinnerungsvermögen hilft den winzigen Organismen bei der Nahrungssuche

London/Wien - Amöben zählen zu den einfachsten Organismen und sind für viele der Inbegriff des Organismus gewordenen Urschleims. Doch nun behaupten Biologen, dass die winzigen, lappigen Fladen so etwas wie ein Erinnerungsvermögen haben müssen, meldet die Wissenschaftszeitschrift "New Scientist".

Wissenschafter der Princeton University (USA) beobachteten Amöben der Gruppe Dictyostelium über mehrere Stunden und werteten die Bewegungen aus. Es zeigte sich, dass hinter den scheinbar völlig willkürlichen Bewegungen doch so etwas wie System steckt: Nach einer Links-Wendung des Urtierchens war nämlich die Wahrscheinlichkeit für eine anschließende Rechts-Wendung doppelt so groß als für eine weitere Links-Wendung und umgekehrt.

Die Forscher schließen daraus, dass die Amöben so etwas wie ein "rudimentäres Erinnerungsvermögen" haben müssen. Jedenfalls die letzte Richtungsänderung bleibt gespeichert. Im Zuge der Evolution dürfte dieses Erinnerungsvermögen entstanden sein, damit die Tiere bei der Nahrungssuche nicht im Kreis kriechen, sondern ein größeres Areal absuchen können. (APA)

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