Im AKW Temelin werden Kontrollen intensiviert

21. März 2007, 10:17
posten

Ergebnis einer Krisensitzung beim tschechischen Industrieminister Riman

Prag - Der Tschechische Energiekonzern (CEZ) wird die Kontrolltätigkeit im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin intensivieren, um künftig derartige Zwischenfälle, wie das kürzliche wiederholte Entkommen des leicht radioaktiven Wassers zu minimalisieren. Dies wurde auf einer Krisensitzung beim tschechischen Industrie- und Handelsminister Martin Riman am heutigen Donnerstag in Prag beschlossen. Dartan nahmen auch Umweltminister Martin Bursik, die Chefin der Atombehörde (SUJB), Dana Drabova, und der CEZ-Chef Martin Roman teil.

Roman erklärte, Temelin sei ein völlig sicheres Kraftwerk. Die jüngsten Zwischenfälle seien nicht durch das System oder Technologie-Fehler, sondern durch das Versagen des menschlichen Faktors verursacht worden. Daher werde künftig die Zahl der Kontrollen erhöht sowie detaillierte Überprüfungen der gelieferten sowie abgegebenen Ersatzteile würden durchgeführt, hieß es.

Außerdem wird in einem Monat ein Bericht ausgearbeitet, in dem die bisherigen Zwischenfälle seit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes beschrieben werden. Auch neu vorgeschlagene sowie bereits durchgeführte Maßnahmen zur Vermeidung der Pannen werde das Dokument beinhalten. Der Text werde dann von den zuständigen Ministern, eventuell auf einer Regierungssitzung erörtert werden, hieß es.

Aus dem Krisentreffen ging weiters hervor, dass zunächst keine personellen Änderungen wegen der jüngsten Temelin-Zwischenfälle durchgeführt werden. Vor dem Treffen hatte Bursik gefordert, dass Drabova von der SUJB-Spitze abberufen wird, weil sie die Pannen in Temelin bagatellisiere. Riman stellte sich jedoch hinter Drabova. "Eventuelle personelle Folgen wird die Regierung erst nach dem Studieren des Berichtes beschließen können", erklärte nun Bursik. (APA)

Share if you care.