Gefiederte Impressionen aus Lyon

20. März 2007, 15:48
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Das Orchestre National gastierte mit einem exotischen Klangspektrum zwischen Tirilieren und Gezeter im Musikverein

Wien - Zwitschern, zanken: In Oiseaux exotiques versuchte Olivier Messiaen einst seine "Vogelimpressionen" Instrumenten anzuvertrauen, und charmant stellten Dirigent Jun Märkl und das Orchestre National de Lyon unterschiedliche Stimmen vor, bevor sie das exotische Klangspektrum zwischen Tirilieren und Gezeter im Musikverein vorstellten.

Bei Gershwins Concerto in F schienen sich Orchester und Solist Jean-Yves Thibaudet wohler zu fühlen; französischer Esprit kam schließlich bei Ravel zum Vorschein - nuanciert bei der Rhapsodie espagnole, wo es vom Träumerischen delikat zum rauschenden Schlusssatz ging.

Auch in der zweiten Ballettsuite aus Daphnis et Chloé bewiesen die Musiker ihr Gespür für Klangfacetten. Über düsterem Bassgrund erhoben sich Bläsergirlanden, die Streicher spielten nuanciert auf, fanden auch zu tänzerischem Schwung. Geschickt ließ Märkl den Klang aufblühen, vermied wohldosiert übertriebene Üppigkeit. Mehr Raffinesse beim Tempospiel hätte jedoch der Brillanz den letzten Schliff verliehen. (pch / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.3.2007)

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