Jagen und Sammeln

14. März 2007, 22:06
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Die "Antiquitäten Zeitung" als Bildband

Wien - Die Welt des Kunsthandwerks mag im Vergleich zu bildender Kunst geringere Umsätze bringen, aus dem Angebotsspektrum ist es mit all seinen Sammelgebieten allerdings nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil, nicht selten stellt Angewandtes den ersten Berührungspunkt mit der Welt der Kunst überhaupt dar: Am Pfarrflohmarkt lugt zwischen Bauernmöbeln plötzlich ein lädiertes Tischchen hervor, mit schwarzer Grundierung und Golddekor. Und die Silberschale mit dem ornamental durchbrochenen Rand aus Großmutters Vitrine hat ja eigentlich schon immer fasziniert.

Die Technik der Ausführung bleibt bei solchen Objekten oft genauso wie die Zuordnung oder ihr Wert ein Rätsel. Vorweg - erwähnte Beispiele sind in der Fachwelt als Lackmöbel des 18. Jahrhunderts und als so genannte Ajouarbeit bekannt. Was darf man für solche Fundstücke bezahlen und wie viel können sie bestenfalls im Auktionssaal bringen?

Im Gegensatz zur ausreichend in Kunstpreisdatenbanken dokumentierten Vergleichsbeispielen der Sektion bildender Kunst, wurde jene der Angewandten lange vernachlässigt. Abhilfe verschaffen hier in Fachzeitungen publizierte Preisbilder zu den Sammelsparten.

Bei der seit mehr als 30 Jahren alle 14 Tage erscheinenden Antiquitäten Zeitung hat das Tradition. Jetzt hat die deutsche Fachpublikation erstmals die 2006 erschienenen "Preisbilder" - zu allen abgebildeten Objekten werden Auktionsergebnisse genannt - in einem übersichtlich gestalteten Bildband zusammengefasst: Zu 48 verschiedenen Sammelgebieten wurden aus den Angeboten internationaler Auktionshäuser repräsentative Objekte ausgewählt, nach preislichen Kriterien ebenso wie nach qualitativen, die von vertiefenden Artikeln begleitet werden. Die thematische Bandbreite ist groß, deckt das Informationsbedürfnis versierter Sammler ebenso ab, wie sie einlädt, neue Gebiete zu entdecken: anatolische Objekte, japanische Siegelschachteln, französische Sitzmöbel, Vasenpaare des 19. Jahrhunderts, Römer-Gläser oder österreichische Fayencen - um nur einige zu nennen. (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.3.2007)

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