Graz: Hoffnung auf Rettung für das Augartenkino

17. März 2007, 14:45
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Die Gruppe jener, die sich darum bemühen, das Lichtspieltheater mit seinen 151 Sitzen zu erhalten, wächst stetig

Graz - Der Kampf um das Grazer Kino im Augarten (KIZ), das einem modernen Wohn- und Geschäftsgebäude weichen soll, geht ungebrochen weiter. Die Gruppe jener, die sich darum bemühen, das Lichtspieltheater mit seinen 151 Sitzen zu erhalten, wächst stetig. Rund 9000 Unterschriften finden sich bereits auf sichertdasaugartenkino.at, und im Komitee, das vor einigen Tagen gegründet wurde, sitzen neben Mitgliedern aller Gemeinderatsparteien, also ÖVP, SPÖ, KPÖ, Grünen und FPÖ, auch Prominente wie Altbürgermeister Alfred Stingl und der Medienkünstler Peter Weibel.

Kostenfrage

Doch neben Aufrufen gibt es auch Gespräche. So trafen sich Vizebürgermeister Walter Ferk, Finanzstadtrat Wolfgang Riedler (beide SP) und deren Klubchef, Karl-Heinz Herper, am Dienstag mit Fritz Gande, dem Chef der SOB Immobilien, dem Bauträgers des neuen Gebäudes. Wie schon vor ihm die Planer aus dem Architekturbüro Ernst Giselbrecht und Partner bestätigte Gande dabei, dass eine Unterbringung des Kinos im Neubau rein technisch möglich sei. "Aber letztlich wird es eine Kostenfrage sein", resümiert Herper im Gespräch mit dem Standard, "denn das Kino bezahlt eine sehr günstige Miete und die SOB wird marktübliche Preise verlangen. Wir müssen überlegen, wer alles wie viel beitragen kann." "Aus der Welt geschafft", gehöre zudem ein Rechtsstreit zwischen dem Leiter des Kinos, Nikos Grigoriadis, und der SOB.

SPÖ und Grüne bringen heute, Donnerstag, Anträge zum Erhalt des Kinos - entweder im neuen Bau oder in einem von Kulturstadtrat Werner Miedl (ÖVP) zu suchendem Ersatzstandort - im Gemeinderat ein. Gemeinsam mit der KPÖ dürften sie diese durchbringen. Am 10. April gibt es das nächste Gespräch der SOB mit den verantwortlichen ÖVP-Stadträten, Gerhard Rüsch und Werner Miedl, sowie Vertretern aller Fraktionen. Auch eine Übergangslösung für die zwei Jahre Bauzeit wird dabei Thema sein. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD Printausgabe 15.3.2007)

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