"Daten elektronisch besser geschützt"

17. März 2007, 14:45
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Gesundheitsministerin Kdolsky verteidigt Gesundheitsakt: "Viele Befunde von Labors, Röntgenbilder und anderes gehen so auch verloren"

Wien - Nicht der kommende elektronische Gesundheitsakt (Elga) sei ein Risiko für die individuelle Datensicherung, sagte Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky, sondern der jetzige papierene Zustand in Krankenhäusern und bei Gesundheitsdienstleistern. "Wenn es Elga gibt, ist es das Instrument für Datensicherheit. Jetzt sind diese Daten auf Pappendeckel und Papier, eine Vielzahl schriftlicher Befunde werden in Akten eingereiht, die ungeschützt auf Gängen und Dienstzimmern herumliegen", beschreibt Kdolsky den ihr vertrauten Alltag in Krankenhäusern.

"Viele Befunde von Labors, Röntgenbilder und anderes gehen so auch verloren. Bei einem Stützpunkt kann jeder auf Krankenakte zugreifen und keiner weiß, wer's war." Hingegen sei einer der Vorteile von Elga "zu wissen, wer auf was zugegriffen hat". Und es gebe klare Regelungen, wer überhaupt zur Einsicht in individuelle Akten berechtigt sei, verteidigt sie das Projekt gegenüber dem zuletzt von der Ärztekammer geäußerten Vorwurf, dass durch die Digitalisierung persönliche Daten preis gegeben würden.

Durch den elektronischen Gesundheitsakt würde im Gesundheitssektor eine Standardisierung eingeführt, die jetzt bei der medizinischen Bestandsaufnahme fehlt und oft zu mehrfachen Erhebungen führt. Diese Standards sollen noch heuer von den jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften erstellt werden und seien in der Folge die Basis dafür, eine einheitliche IT-Struktur zu schaffen. Die Ausschreibung für den Elga-Kernbereich (Laborbefunde, Röntgen, Arztbrief) erfolge 2008, bis 2012 soll das System verfügbar sein. (spu, DER STANDARD Printausgabe 15.3.2007)

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