Französischer Ermittler warnt vor neuer Terror-Front in Nordafrika

31. März 2007, 20:24
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Anti-Terror-Richter besorgt über "Al Kaida des Maghreb"

Paris - Frankreichs ranghöchster Anti-Terror-Ermittler hat vor der Bildung einer neuen Terrorismusfront in Nordafrika gewarnt. Um die algerische Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) habe sich ein "radikal-islamistischer Bogen" durch mehrere Länder der Region gebildet, sagte der Ermittlungsrichter Jean-Louis Bruguiere am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die GSPC hatte sich im September dem Terrornetzwerk Al Kaida angeschlossen. Sie nennt sich seitdem "Al Kaida des Maghreb". Diese Region umfasst neben Frankreichs ehemaliger Kolonie Algerien auch Tunesien, Marokko, Mauretanien und Libyen.

"Treueschwur"

Die Umbenennung in Al Kaida des Maghreb bedeute einen "Treueschwur" gegenüber der Organisation von Osama bin Laden, sagte Bruguière. In Nordafrika versuche die GSPC offenbar, ähnliche Organisationen wie die GICL aus Libyen, die marokkanische GICM und die tunesische GICT zusammenzuschließen. Auch eine Ausweitung nach Süden in die Sahel-Zone sei möglich. Laut Bruguière gibt es seit Anfang 2004 Informationen über "operationelle Verbindungen zwischen den Bewegungen". All dies werde von der bisherigen GSPC "gesteuert".

Diese Entwicklung sei "die wichtigste Frage, um die wir uns sorgen", sagte Bruguière weiter. Frankreich sei "ein Hauptziel" der Gruppen. In den 90er Jahren hatten algerische Islamisten einen "Heiligen Krieg" gegen die ehemalige Kolonialmacht geführt. Im Sommer und Herbst 1995 wurden bei Anschlägen auf die Pariser U-Bahn acht Menschen getötet und fast 200 verletzt. Die damaligen Attentate gingen auf das Konto der algerischen Fundamentalistenorganisation Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA). Von ihr spaltete sich die GSPC später ab. Sie wird inzwischen als weit gefährlicher eingestuft. Im Sommer 2003 hatte die GSPC in der Sahara europäische Touristen entführt, unter ihnen mehrere Deutsche. (red/APA)

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