Saufen als Sport: Österreicher hängen sogar Iren ab

28. März 2007, 17:41
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Spanier und Österreicher trinken mehrmals pro Woche exzessiv - Iren einmal pro Woche - Jeder fünfte Teen trinkt sich bewusstlos

Die Österreich trinken häufiger und mehr Alkohol als andere Europäer. Laut einer aktuellen Europa-Umfrage, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wurde, ist "Kampftrinken" zwar weiterhin in Irland, Finnland und Großbritannien am stärksten verbreitet, allerdings nur ein bis vier Mal im Monat. Spanier und Österreicher trinken dagegen mehrmals pro Woche exzessiv.

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Brüssel - Trinken, bis der Notarzt kommt: Dieses Motto wird in der EU immer beliebter, geht aus der neuesten Eurobarometer-Umfrage der EU-Kommission hervor. Befragt wurden knapp 19.000 Menschen. 19 Prozent der 15- bis 24-Jährigen trinken regelmäßig und oft bis zur Besinnungslosigkeit, und je jünger die Befragten, desto höher der Alkoholkonsum, schreibt die Kommission. Und dabei dürften die "richtigen" Zahlen noch höher liegen.

Zwei Drittel der "schweren" Trinker sind Männer. Überdurchschnittlich stark in der Gruppe der exzessiven Trinker vertreten sind Studenten und Handwerker, die Spitzenposition nehmen die Arbeitslosen ein, Schlusslicht sind die Pensionisten. Vor allem für die jungen Menschen ist der Preis für den Konsum maßgeblich.

Nord-Süd-Gefälle

Auf Länderebene gibt es ein starkes Nord-Süd-Gefälle: 34 Prozent der Iren gaben an, sich regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. In Finnland, Großbritannien und Dänemark sind es rund 25 Prozent, während in Italien und Griechenland nur zwei Prozent und in Portugal vier Prozent exzessiven Alkoholkonsum angeben. In Österreich liegt dieser Wert bei sieben Prozent, der EU-Schnitt bei zehn Prozent.

Einmal pro Woche exzessiv trinken

In Österreich sagten 24 Prozent der Befragten, dass sie im vergangenen Jahr "mehrmals pro Woche" mehr als fünf Drinks an einem Abend konsumiert haben. Nur in Spanien waren es mit 28 Prozent noch mehr. Der EU-Schnitt liegt bei 13 Prozent. Ein Fünftel der Österreich gab an, einmal pro Woche einen über den Durst zu trinken, 35 Prozent tun dies maximal einmal monatlich, die restlichen 20 Prozent nie.

Alkohol in Irland

In Irland trinken laut Eurobarometer 37 Prozent einmal die Woche im Pub mehr als fünf Biere oder Schnäpse, aber nur 17 Prozent mehrmals pro Woche. In Finnland treffen sich ein Viertel der "Kampftrinker" einmal im Monat. Nur fünf Prozenttrinken mehrmals pro Woche.

Rund zwei Drittel der Europäer haben laut Umfrage in den vergangenen 30 Tagen Alkohol getrunken, verglichen mit 61 Prozent in einer ähnlichen Umfrage 2003. Gegenüber damals blieb der Anteil der "Kampftrinker" in der gesamten EU mit zehn Prozent gleich. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die weniger als ein bis zwei Drinks trinken an.

61 Prozent trinkt pro Anlass ein bis zwei Gläser

Auch in Österreich ist die Zahl der "Trinker" gestiegen: 69 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten in den vergangenen vier Wochen Alkohol konsumiert, verglichen mit 56 Prozent im Herbst 2003. Das Gros von 61 Prozent trinkt pro Anlass ein bis zwei Gläser, 20 Prozent genehmigen sich drei bis vier Drinks, sieben Prozent gaben an, dass es mehr als vier werden.

Teurerer Alkohol ändert Konsum nicht

77 Prozent der Europäer sprechen sich laut EU-Kommission für Warnhinweise auf den Flaschen für Schwangere und Autofahrer aus. 73 Prozent befürworten auch niedrigere Promille-Grenzen für Führerschein-Neulinge. Höhere Alkoholpreise würden die Konsumgewohnheiten der Europäer kaum ändern: 61 Prozent der Befragten sagten, sie würden nicht weniger trinken, selbst wenn die Preise um ein Viertel steigen würden.

Verteuerungen helfen gegen Jugendkonsum

Nur Jugendliche regieren laut der Umfrage sensibler auf Preisänderungen. 44 Prozent von ihnen gaben an, dass sie in diesem Fall weniger trinken würden.(Michael Moravec aus Brüssel,APA/ DERSTANDARD Printausgabe 15.3.2007)

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    Höhere Alkoholpreise würden die Konsumgewohnheiten der Europäer kaum ändern: 61 Prozent der Befragten sagten, sie würden nicht weniger trinken, selbst wenn die Preise um ein Viertel steigen würden.

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