Ermittler im Rotlicht: "Lassen uns nicht kaputt reden"

16. März 2007, 21:00
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Landespolizeikommandant Mahrer: Teilweise von der Unterwelt lancierte Vorwürfe

Wien - Sehr deutlich hat am Donnerstag der Wiener Landespolizeikommandant Karl Mahrer zu den Vorwürfen der angeblichen Rotlicht-Verwicklungen eines seiner leitenden Kriminalisten Stellung genommen: Er habe in einer Besprechung in der Kriminaldirektion 1 am Donnerstagvormittag klar gemacht, "dass die Polizei sich sehr intensiv gegen lancierte Vorwürfe aus allen Bereichen, auch aus der Bereich der Unterwelt wehren wird, auch rechtlich".

"Wir werden uns die Polizei von Medien [...] aber auch von allen anderen, insbesondere von Vorwürfen aus der Unterwelt und den damit zusammenhängenden Kreisen nicht kaputt reden lassen", so Mahrer. Die Polizei sei aber selbstverständlich an näheren Untersuchungen interessiert, präzisierte er gegenüber der APA: "Diese Ausgewogenheit ist uns wichtig." Die jüngsten Vorwürfe seien zumindest teilweise aus der Unterwelt lanciert, man werde die Kollegenschaft aber bis zu einer tatsächlichen Klärung davon aber nicht verunsichern lassen.

In dem vormittäglichen Gespräch in der KD 1 habe er erneut klar gemacht, dass man "keinen über den dienstlichen Bedarf hinausgehenden Kontakt im Rotlichtmilieu akzeptieren" werde, betonte Mahrer. Die Ermittlungen über "Zundgeber" seien damit aber nicht komplett eingestellt, stellte er klar. Die Führung von Auskunftspersonen, die in der Polizeiarbeit üblich ist, sei zudem klar geregelt.

Wie aus dem Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) am Donnerstag zu erfahren war, werden die Ermittlungen gegen den betreffenden Kriminalbeamten wohl noch mehrere Wochen dauern. Eine Suspendierung ist nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen, so Mahrer, allerdings habe man ihn bis zur Klärung der Vorwürfe aus der exponierten Lage des Ermittlers entfernt und anderen Funktionen zugeteilt.

Die von "News" veröffentlichten Bilder legen für Mahrer auf jeden Fall den Verdacht eines möglichen privaten Kontakts des Ermittlers nahe. "Das ist sehr erklärungsbedürftig". Sollten die BIA keine weiteren Vorwürfe zu Tage bringen, werde es daher auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Mann geben. (APA)

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