Ausschreitungen in Utrecht: Mehr als 100 Festnahmen

15. März 2007, 11:52
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Bewaffneter Mann wurde von einem Polizisten erschossen

Den Haag/Utrecht - Bei Unruhen in der niederländischen Stadt Utrecht hat die Polizei in der Nacht auf Mittwoch etwa 130 Menschen festgenommen. Viele von ihnen hatten die Polizei nach deren Angaben mit Flaschen und Steinen beworfen, andere waren der Aufforderung zum Auseinandergehen nicht nachgekommen. Anlass für die Ausschreitungen war der tödliche Schuss eines Polizisten auf einen mit einem Messer bewaffneten Mann am Sonntagabend.

Der Mann war in dem als sozial problematisch bekannten Utrechter Stadtviertel Ondiep in einen Streit mit Jugendlichen verwickelt. Der herbeigerufene Polizist fühlte sich selbst bedroht, als der Mann mit einem Messer fuchtelte. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob der Beamte zu Recht geschossen hat.

Schon am Montagabend hatte dieser Vorfall zu Krawallen in Ondiep geführt. Nach Angaben der Polizei sind viele der Unruhestifter als Krawallmacher bei Fußballspielen bekannt und kommen nicht aus Utrecht. Deshalb riegelte die Polizei das Viertel am Dienstagabend ab und ließ nur noch Anwohner durch die aufgestellten Sperrgitter. Aber auch innerhalb der Absperrung wurde Dutzende Menschen festgenommen. Die Stimmung in dem Problemviertel ist seit langem gespannt, weil dort Hunderte preiswerte Sozialwohnungen teuren Neubauten weichen sollen. Ein Drittel steht bereits leer. (APA)

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