Arbeitsmarkt: Araber und Schwarze diskriminiert

15. März 2007, 14:21
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BIT-Studie: Vier Fünftel ziehen "französische" Namen vor

Paris - Knapp vier Fünftel der französischen Arbeitgeber ziehen es vor, Personen mit europäischen statt mit arabisch oder muslimisch klingenden Namen einzustellen. Dies ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Internationalen Arbeitsamtes BIT. Wie die Pariser Tageszeitung "20 Minutes" berichtete, wurden für die Studie 2440 Arbeitsangebote in Paris, Straßburg, Marseille, Lyon, Nantes und Lille getestet.

Als Kandidaten wurden junge Schauspieler zwischen 20 und 25 Jahren eingesetzt, die sich vornehmlich für niedrige Jobs in den Bereichen des Gastgewerbes, des Handels sowie der Dienstleistungen bewarben. Die Auswertung der Daten ergab, dass bei Ausbildungsgleichheit 78,7 Prozent der Arbeitgeber Kandidaten wie Julien Roche oder Emilie Moulin den Kandidaten wie Kader Larbi oder Aminata Bongo vorziehen. Dabei gaben alle Scheinkandidaten des Tests bei der Kandidatur an, über die französische Staatsbürgerschaft zu verfügen.

"Deutlich benachteiligt"

"Im Allgemeinen haben die getesteten Arbeitgeber die minderheitlichen Kandidaten etwa nord- oder schwarzafrikanischer Herkunft deutlich benachteiligt", heißt es in dem Bericht, der zwischen Ende 2005 und Mitte 2006 in Zusammenarbeit mit dem Pariser Arbeitsministerium durchgeführt wurde. Nur elf Prozent der Arbeitgeber behandelten den Angaben nach alle Kandidaten gleich.

Laut BIT-Bericht erfolgte 90 Prozent der Diskriminierung bereits bei der Lektüre der Lebensläufe, so dass die arabischen oder schwarzen Kandidaten gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden. Die meist verwendete Ausrede war laut Studie, der Posten sei "bereits vergeben". Andere Personalchefs forderten zusätzliche Informationen, auf die sie dann gar nicht mehr antworteten. (APA)

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