Gläubiger versammeln sich Donnerstag

15. März 2007, 18:00
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Grazer Fußball-Erstligist kämpft um Zwangsausgleich zur Fortführung des Klubs

Graz - Die Wege der Grazer Fußball-Bundesligavereine GAK und SK Sturm, die am Sonntag im Stadtderby aufeinander treffen, gleichen sich: Waren es am 7. Dezember 2006 die "Blackies", über deren Schuldenstand in der Gläubigerversammlung Klarheit für den Zwangsausgleich gewonnen wurde, so ist am Donnerstag nun der GAK an der Reihe.

Um 16:00 Uhr tritt im Handelsgericht am Marburger Kai im Saal L die Gläubigerversammlung zusammen. Im Konkursantrag war von Verbindlichkeiten von 16,5 Mio. Euro die Rede, wovon vom Masseverwalter Norbert Scherbaum ein Gutteil bestritten werden dürfte. Somit läge man bei einer 20-prozentigen Zwangsausgleichsquote zwischen 1,2 und 1,5 Mio. Euro, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.

Im Saal L im zweiten Stock des Handelsgerichts treffen am Donnerstag die Vertreter der Gläubiger, der Kreditschützer (Alpenländischer Kreditorenverband AKV und Kreditschutzverband von 1870 KSV), Masseverwalter Scherbaum - der schon den Sturm-Zwangsausgleich erfolgreich abgewickelt hat - sowie der Konkursrichter zusammen. Im so genannten Anmeldeverzeichnis wird jeder Gläubiger aufgelistet und dazu die von ihm eingeforderte Summe.

Der Masseverwalter erkennt dann die Forderungen an, hat aber aber auch die Möglichkeit, sie ganz oder teilweise zu bestreiten. Dies dürfte vor allem bei den Forderungen der Finanz und beim Sportvermarkter IMG der Fall sein. Zudem wollen jetzige und frühere Vorstandsmitglieder auf ihre Ansprüche verzichten. Diese gelten dann als bestritten, die Einspruchsfrist der Gläubiger in diesem Fall beträgt vier Wochen. Dies wäre also Donnerstag, der 12. April, in der Woche nach Ostern.

Von Seiten des Masseverwalters Norbert Scherbaum wurde zuletzt kein Kommentar zur finanziellen Lage des GAK abgegeben. GAK-Präsident Stephan Sticher hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt. Auch die zu erlegende Fortführungskaution von 650.000 Euro war zum größten Teil hinterlegt, und die Chancen standen gut, dass auch der Rest noch aufgetrieben werden konnte.

Laut dem am 2. März eingebrachten Konkursantrag bzw. den Informationen der Kreditschützer beliefen sich die Aktiva des GAK zu Buchwerten auf 2,64 Mio. Euro. Die Passiva machen zu Buchwerten gesamt (ohne Wiederaufleben der Forderung des Finanzamtes Graz-Stadt) 13,16 Mio. Euro aus. Mit Wiederaufleben besagter Forderung von 3,377 Mio. Euro - diese Summe war laut AKV im Jahre 2005 erlassen worden - würden die Passiva 16,536 Mio. Euro ausmachen. In diesem Betrag sind Rückstellungen in Höhe von 1,182 Mio. Euro, Bankverbindlichkeiten von 4,8 Mio. Euro sowie Lieferanten-Verbindlichkeiten von 0,645 Mio. Euro enthalten. Die Überschuldung an Buchwerten betrug vorläufig laut KSV 10,5 Mio. Euro.(APA)

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