Christoph Dammann verlässt Kölner Oper

14. März 2007, 11:59
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Intendant wechselt vorzeitig nach Lissabon

Köln - Kölns Opernintendant Christoph Dammann wird die Domstadt ein Jahr vor Vertragsende verlassen. Im Sommer 2008 wechselt er als Intendant an die Nationaloper Sao Carlos nach Lissabon. Seinen ursprünglich noch bis 2009 laufenden Vertrag hatte Damman 2003 abgeschlossen, nachdem er schon zuvor stellvertretender Operndirektor gewesen war. Dies teilte die Stadt Köln am Dienstagabend mit.

Noch unlängst hatte sich Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) öffentlich für eine Vertragsverlängerung Dammanns eingesetzt. Damit stand der OB im Gegensatz zu seinem Kulturdezernenten Georg Quander, der dem scheidenden Intendanten mangelnde "dramaturgische Linie" und eine Beliebigkeit bei der Auswahl des Repertoires vorgehalten hat.

Unbequemer Start

Die überraschende Berufung Dammanns im Mai 2003 sorgte weithin für Aufsehen: Oberbürgermeister Schramma hatte kurz zuvor der bereits als Kölner Intendantin designierten Barbara Mundel in einem Telefonat absagen lassen. Dies hatte die damals als Theaterchefin in Luzern (Schweiz) tätige Mundel als "verletzenden und beispiellosen Vorgang" bezeichnet, der auch bundesweit in den Medien kritisch kommentiert worden war. Die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein hatte den Vorgang "Kölschen Klüngel" genannt, bei dem die Stadtspitze mit der traditionsreichen Kölner Oper "verantwortungslos" umgehe.

Die Berufung des acht Jahre in der Leitung der Kölner Oper tätigen Intendanten nach Lissabon nannte Oberbürgermeister Schramma "eine Auszeichnung für den Opernstandort Köln". Nun müsse die Zeit genutzt werden, "einen hoch qualifizierten Nachfolger zu finden, der die positive Entwicklung der Kölner Oper weiterführt". Hierzu hat die Kölner SPD-Fraktion unmittelbar nach Bekanntwerden der Portugal-Pläne Dammanns die Einrichtung einer Findungskommission unter der Leitung von Kulturdezernent Quander vorgeschlagen. (APA/dpa)

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