Michel Friedmans Leibwächter unter Nazi-Verdacht

16. März 2007, 12:34
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TV-Moderator empört: "Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt" - Frankfurter Polizei soll ihm Leibwächter besorgt haben

Frankfurt/Main - Frühere Personenschützer des deutschen jüdischen Publizisten und früheren Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, stehen unter dem Verdacht neonazistischer Umtriebe. Die Frankfurter Polizei bestätigte am Mittwoch einen Bericht des Massenblatts "Bild", dass bei Untreueermittlungen gegen die Beamten unter anderem das Foto eines Personenschützers in SS-Uniform aufgetaucht sei. Auch soll das verbotene "Horst-Wessel-Lied" auf einem privaten Computer gespeichert gewesen sein. Die Ermittlungen seien bereits vor Jahren an das hessische Landeskriminalamt abgegeben worden.

Der umstrittene Fernsehmoderator Friedman war über eine Kokain- und Prostituiertenaffäre gestolpert. Der Frankfurter Polizeisprecher Manfred Feist bestätigte, dass der Verdacht gegen die früheren Friedman-Leibwächter bekannt und die Staatsanwaltschaft bereits eingebunden sei. "Rechtslastige Tendenzen werden bei der hessischen Polizei überhaupt nicht geduldet", betonte er. Bei den ursprünglichen Ermittlungen ging es um falsche Reise- und Überstundenabrechnungen.

Michel Friedman selbst gab sich laut "Bild" empört: "Das alles muss rückhaltlos aufgeklärt werden. Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt." Der 51-Jährige moderiert derzeit auf dem Privatsender N24 die Diskussionssendung "Studio Friedman". Der mittlerweile verstorbene deutsche Ex-Vizekanzler und FDP-Politiker Jürgen Möllemann, der wegen antiisraelischer Äußerungen heftig angegriffen worden war, hatte erklärt, Leute wie Michel Friedman, der CDU-Mitglied ist, wären dafür verantwortlich, "dass die Antisemiten in Deutschland Zulauf" erhielten. (APA/dpa)

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    Michel Friedman

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