Auto an Fahrer: Bitte lenken!

21. März 2007, 13:32
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An der Universität Saarbrücken wurde ein sprechendes Auto entwickelt

Forscher an der Universität des Saarlandes haben ein Spracherkennungssystem entwickelt, das sich an die Sprachgewohnheit des Users anpasst. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes "Tools for Ambient Linguistic Knowledge" (TALK) integrierten die Wissenschafter das System in ein Auto. "Herkömmliche Sprachdialogsysteme haben den Nachteil, dass sie häufig nur über spezielle Kommandos funktionieren, die der Benutzer mühsam lernen muss. Mit unserem System kann man jedoch sprechen, wie man es auch mit dem Beifahrer tun würde", erläutert Manfred Pinkal vom Institut für Computerlinguistik. TALK reagiere auf den Menschen. Es könne sich an seinen Sprachstil anpassen, nachfragen und so den Wunsch des Benutzers erfüllen.

Infos gespeichert

Kern der Sprachdialogsysteme ist das Konzept des "Information State Update" (ISU). Alle Informationen über den Ablauf des Mensch-Maschine-Dialogs werden dabei im System gespeichert.

Es benutzt also ein Archiv mit möglichen Gesprächsabläufen und sammelt alle weiteren Äußerungen des menschlichen Benutzers. Bei jeder Anfrage berechnet es die jeweils angemessene Reaktion und ergänzt sein Archiv mit zusätzlichen Informationen über den Benutzer. "Die Kommunikation zwischen Mensch und Gerät kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Mensch in seiner Alltagssprache den Ton angibt", meint Pinkal. Die Systeme funktioniert daher inhaltsorientiert: Der Benutzer muss keine Kommandos beherrschen, sondern kann seine Wünsche in normalen Sätzen formulieren.

"Nach dem Satz ,Ich möchte ein Lied hören' reagiert das System, indem es durch gezielte Nachfragen den Wunsch konkretisiert. So wird nach dem Interpreten oder dem Namen des Liedes gefragt", führt Pinkal aus.

Im Prototypen, der in Zusammenarbeit mit BMW realisiert wurde, kommt das System in Verbindung mit der Car-HiFi-Anlage sowie mit einem Restaurant-Informationssystem zum Einsatz.

"Während der Lenker das Auto steuert, kann er per Sprache das Autoradio steuern, ohne es berühren oder auf das Display sehen zu müssen", streicht Pinkal den Sicherheitsaspekt hervor.

In weiteren Projekten werden auch Anwendungen wie Telefon, Navigationssystem und andere kleine Funktionen im Wagen mit dem neuen Spracherkennungssystem gesteuert. "Aktuell läuft das System noch auf herkömmlichen Computern. Damit ist die Integration in Fahrzeuge momentan noch schwer umsetzbar. Die Hardware muss erst herunterskaliert werden", so Pinkal. Der saarländische Wissenschafter rechnet damit, dass das neue System in etwa drei bis fünf Jahren in Serie gehen wird. (pte, red/DER STANDARD, Printausgabe, 14.3.2007)

Wissen: Mensch und Gerät reden
Das EU-Verbundprojekt TALK (Tools für Ambient Linguistic Knowledge) hat das Ziel, Verfahren für die natürliche Kommunikation zwischen Mensch und Gerät zu entwickeln.

Beteiligt sind unter anderem die Universitäten Edinburgh, Göteborg, Cambridge und Sevilla sowie die Firmen BMW und Robert Bosch GmbH. Aus Saarbrücken ist neben der Universität des Saarlandes das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt.

Link
www.talk-project.org

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    Ein Auto wie K.I.T.T., das sprechende Fahrzeug des TV-Superagenten Michael Knight, ist nach Vorstellung der Uni Saarbrücken keine Fiction mehr.

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