Generalstabschef verurteilt Homosexualität als unmoralisch

15. März 2007, 11:57
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Schwule und Lesben in der Armee fordern Entschuldigung

Washington - US-Generalstabschef Peter Pace hat mit Äußerungen zur Homosexualität einen Sturm der Entrüstung bei Verteidigern der Rechte von Schwulen und Lesben in den USA ausgelöst. Der Zeitung "Chicago Tribune" (Dienstagausgabe) sagte Pace, aus seiner Sicht sei Homosexuallität unmoralisch.

"Ich finde, dass homosexuelle Handlungen zwischen zwei Personen unmoralisch sind und dass wir unmoralische Handlungen nicht dulden sollten", sagte Pace dem Blatt. In dem Interview zog Pace zudem Vergleiche zwischen Homosexualität und Ehebruch. Außerdem sprach sich dafür aus, das es Armeeangehörigen verboten werden solle, sich als Homosexuelle zu erkennen zu geben.

"Don't ask, don't tell"

Pace hatte in dem Interview auf die Frage nach seinem Standpunkt zum Umgang mit homosexuellen Soldaten in der US-Armee geantwortet. Grundlage der derzeitigen Praxis ist ein noch unter US-Präsidenten Bill Clinton von den Demokraten erlassenes Gesetz, demzufolge Homosexuelle in die Armee aufgenommen werden können, solange sie ihre sexuelle Orientierung nicht kundtun. Diese so genannte "Don't ask, don't tell"-Politik ist sehr umstritten.

Die Vereinigung SLDN, die gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in der Armee kämpft, kritisierte die Äußerungen von Pace als "skandalös und unsensibel." Der General müsse sich entschuldigen. Joe Solomonese, Präsident der Menschenrechtskampagne, einer Gruppe, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt, sagte: "Unmoralisch ist, unsere nationale Sicherheit aufgrund von Vorurteilen zu gefährden. (...)

General Paces Kommentare waren unverantwortlich, verletzend und ein Schlag ins Gesicht der homosexuellen Männer und Frauen, die ihrem Land mit Mut und Ehre dienen." Laut SLDN gehören rund 65.000 Schwule und Lesben der US-Armee an. (red/APA)

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