Das Ende planen

21. März 2007, 13:32
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Das Ende planen Ein Netzwerk soll Elektrogeräte-Recycling erleichtern

Schon bei der Produktion eines Elektrogerätes müssen sich die Hersteller Gedanken über deren Entsorgung machen. Die Elektroaltgeräterichtlinie WEEE, vor vier Jahren von der EU in Kraft gesetzt, nimmt die Hersteller in die Pflicht und gibt ihnen Mitverantwortung für das spätere Recycling. Konkret bedeutet das die Verpflichtung, alle Daten zur Verfügung zu stellen, die für die Wiederverwertung nötig sind: verwendete Materialien beispielsweise oder Baupläne.

Doch dieser Informationsfluss stockt; ihn in Fluss zu bringen, ist das Ziel des Gemeinschaftsprojektes GeProNet, das mehrere deutsche Partner gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Elektronik&Umwelt (KERP) in Wien gestartet haben. "Die Recyclingbetriebe arbeiten beim Verwerten vor allem mit ihrer Erfahrung. Bei neueren Produkten fehlt die aber", beschreibt Carsten Eichert von KERP das Problem.

Unter Leitung der TU Braunschweig werden nun Methoden gesucht, die den Informationsaustausch zwischen Hersteller und Verwerter verbessern. Mithilfe von drei Fallstudien sollen unter anderem Checklisten und Leitfäden für die Hersteller entwickelt werden, die sich beim Entwurf eines Gerätes schon Gedanken darüber machen, welche Materialien sie verwenden sollten, um das Recycling zu erleichtern. "Das spart ihnen ja auch Geld", erklärt Eichert deren Motivation zur Mitarbeit.

Zwei Softwaremodule

Das KERP steuerte für das Projekt zwei Softwaremodule bei: Hersteller können mit dem Programm ProdTect herausfinden, welche Recyclingeigenschaften die verschiedenen Materialien haben. Außerdem können sie mit ProdTect dokumentieren, welche davon sie tatsächlich beim Bau des Gerätes verwendet haben. Das Gegenstück zu ProdTect auf Verwerterseite heißt RecyclingPass; damit können die Recycler die wesentlichen Informationen über das Produkt wieder auslesen.

Finanziell gefördert wird das Projekt mit dreijähriger Laufzeit aus Deutschland; auf der Konferenz ECO-X, die im Mai in Wien stattfindet, wollen die Projektpartner die Problematik dann weiter diskutieren. (jel/DER STANDARD, Printausgabe, 14.3.2007)

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