"Vater" von Tarzan, Karl, Klößchen und Gaby gestorben

20. März 2007, 15:23
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"TKKG"-Kinderbuchautor und Vielschreiber Ralf Kalmuczak 68-jährig gestorben - Schrieb unter Pseudonym Stefan Wolf

München - Seit mehr als 25 Jahren gehören seine Bücher zu den Klassikern in Kinderzimmern. Mit den Abenteuern der jugendlichen Detektivbande "TKKG" schuf der Schriftsteller Rolf Kalmuczak unter dem Pseudonym Stefan Wolf eine der erfolgreichsten Kinderbuchreihen. Am Samstag starb der Autor im Alter von 68 Jahren. Er sei einer langen schweren Krankheit erlegen, teilte sein Münchner Verlag am Dienstag mit.

Die mehr als 100 Bücher der Serie wurden in acht Sprachen übersetzt, insgesamt wurden mehr als 14 Millionen Exemplare verkauft. Zusätzlich gingen fast 30 Millionen "TKKG"-Hörspielkassetten und -CDs über die Geschäftstische. Die Serie, die auch verfilmt wurde, ist benannt nach den Anfangsbuchstaben der vier Hauptfiguren - den Jugendlichen Tim (Tarzan), Karl, Klößchen und Gaby. Sie machen Verbrechern, Geschäftemachern und anderen Bösewichten das Leben schwer.

"Süchtig" nach der Produktion von Jugendbüchern

"Was ich nicht ahnte: dass mich die Produktion von Jugendbüchern süchtig machen würde", sagte Kalmuczak einmal in einem Interview. Er war ein Vielschreiber, veröffentlichte unter mehr als 100 Pseudonymen und galt als einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Aus seiner Feder stammten auch Drehbücher, diverse Jugendbücher, Illustriertenromane und Hörspiele.

Kalmuczak wurde am 17. April 1938 in Nordhausen in Thüringen geboren. Nach der Schule arbeitete er zunächst als Journalist. Nach Angaben des Münchner cbj Verlags, der zur Verlagsgruppe Random House gehört und seit 2004 Herausgeber der "TKKG"-Serie ist, schrieb Kalmuczak bereits im Alter von 22 Jahren seinen ersten Roman. Das war ein Jerry-Cotton-Roman.

Es folgten rund 2.700 Kurzkrimis - und mit dieser Zahl stand er von 1991 bis 1997 auch im Guinness-Buch der Rekorde. Kalmuczak werde seinen Weggefährten nicht nur als unglaublich produktiver Schriftsteller in Erinnerung bleiben, sondern auch als ein stets liebenswürdiger Mensch, hieß es.

Kalmuczak alias Stefan Wolf wurde oft "der Karl May unserer Zeit" genannt. Er möge diesen Vergleich, sagte der umtriebige Autor einmal. Er lebte mit seiner Frau Inka-Maria in einem Landhaus in Oberbayern. Die Gaby aus der "TKKG"-Bande war seiner Tochter Inka nachempfunden. (APA/dpa)

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