Ausbürgern

13. März 2007, 19:24
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Im Übrigen "gehört" Hitler uns beiden, den Deutschen wie den Österreichern

Als die österreichische Bundesregierung der Nachkriegszeit von der damaligen Bundesrepublik Entschädigung für die Besetzung durch Nazi-Deutschland wollte, soll Kanzler Adenauer ausrichten haben lassen, man könne gerne die Knochen des gebürtigen Österreichers Adolf Hitler zurückerstatten (was übrigens nicht möglich gewesen wäre, denn die Reste befanden sich in der Verfügungsgewalt der Sowjets).

So sind die Bemühungen deutscher Politiker, Hitler nachträglich die deutsche Staatsbürgerschaft abzuerkennen, auch nicht viel mehr als eine makabre Fußnote der Geschichte. Interessant dabei, dass Hitler jahrelang bis 1932, also knapp vor seiner Machtergreifung, staatenlos war, ehe er von rechtsextremen Sympathisanten eingebürgert wurde. Im Übrigen "gehört" Hitler uns beiden, den Deutschen wie den Österreichern. Er hasste den österreichischen Staat und fühlte sich als Großdeutscher, hatte aber in Wien seine wahnhafte politische Prägung erhalten.

"Zu etwas gebracht" hat er es allerdings in Deutschland. "Der Nationalsozialismus ist die österreichische Narretei, der der preußische Militarismus das Schwert geliehen hat" (August Maria Knoll). (Hans Rauscher, DER STANDARD/Printausgabe, 14.3.2007)

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