"Go East" als Weg zum Erfolg

10. April 2007, 11:11
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Die Zukunft der niederösterreichischen Wirtschaft liegt in Osteuropa, das lesen Experten und Politiker an den Erfolgen ab

St. Pölten - Die wirtschaftlichen Zukunftschancen für das Land lägen in Mittel- und Osteuropa, betont Niederösterreichs Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann (VP), in Ungarn und Tschechien, der Slowakei - und ab kommenden Donnerstag ganz konkret auch in Rumänien: "Nach Budapest, Prag, Bratislava und Warschau eröffnen wir in Temesvar ein Niederösterreich-Büro", kündigt Gabmann an.

"Andockstation"

Dann werde es auch im neuen EU-Mitgliedsland Rumänien mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum im Jahre 2007 von über sieben Prozent eine "Andockstation für die niederösterreichischen Klein- und Mittelbetriebe bei der Anbahnung von Geschäften" geben. Mit Dolmetscherdienst und Wissen über Behördenwege, ja sogar "mit Risikokapital" ausgestattet, um Betrieben die Chance auf Exporterfolge wie die der Kremser Firma für Autozubehör Eybl zu geben.

Eybl vertreibt in Rumänien erfolgreich Lenkräder. Das Kremser Unternehmen - aber etwa auch der Wiener Neustädter Flugzeughersteller Diamond Aircraft - seien Beispiele für die gesteigerte Sachgüterproduktion und "zunehmende Exporterfolge", die Niederösterreich im Jahr 2006 ein prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent bescheren: den höchsten Zuwachs im Bundesländervergleich und auch gemessen am gesamtösterreichischen Plus von 3,2 Prozent beachtlich. Auch die Arbeitslosenquote ging zurück, von 7,4 Prozent 2005 auf sechs Prozent Ende November 2006.

Deutschland und der Osten

Bestimmend für dieses Positivergebnis sei die weltweite Konjunktur, die die Exporte zum nach wie vor wichtigsten Handelspartner Deutschland angetrieben habe, heißt es im "Dritten Quartalsbericht 2006" des Instituts für Höhere Studien (IHS) über die Wirtschaftsentwicklung Niederösterreichs. An den Gesamtexporten hat Deutschland einen Anteil von 28 Prozent, gefolgt von den mittel- und osteuropäischen Staaten mit einem von 21 Prozent. Das ist mehr als in Gesamtösterreich (16 Prozent) - und lässt erkennen, wo die Reise hingeht (siehe Interview). (Irene Brickner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.3.2007)

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    Die Exporterfolge führten zu einem Mitarbeiterrekord bei der Wiener Neustädter Flugzeugfirma Diamond Aircraft, wo jetzt über 500 Menschen einen Job haben.

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