"Hat etwas Staatstragendes"

13. Juni 2007, 11:30
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Mit "Bürgeranwalt", "Gut beraten" und "Bürger- forum" ist er ab April prominent vertreten - Peter Resetarits im STANDARD-Interview

Mit "Bürgeranwalt", "Gut beraten" und "Bürgerforum" ist Peter Resetarits ab April prominent vertreten. Mit Doris Priesching sprach er über TV-Design und fade Sendungstitel.
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STANDARD: Noch 27 Tage bis zum neuen Programm. Wie läuft's?

Resetarits: Beim "Bürgeranwalt" sind wir relativ weit. Wir arbeiten an der Signation.

STANDARD: Wie klingt sie?

Resetarits: Soll ich vorsingen?

STANDARD: Müssen Sie nicht. Beschreiben Sie sie einfach.

Resetarits: Sie hat etwas Staatstragendes. Man könnte sich gut die rot-weiß-rote Fahne im Hintergrund vorstellen. Die Signationmacher sind jüngere Leute, die mit Ziegenbärtchen und Glatze wahrscheinlich einen moderneren Musikgeschmack haben als ich, so haben wir einen Kompromiss gefunden. Aber bitte fragen Sie nicht nach den Musikinstrumenten, ich konnte schon in der Schule Cello nicht von Posaune unterscheiden.

STANDARD: Stammt der Titel "Bürgeranwalt" von Ihnen?

Resetarits: Ja, und ich gebe zu, er ist kein wirklicher Knaller, aber er umschreibt gut, worum es geht: Wir wollen den "Volksanwalt" um das Segment "Bürger gegen übermächtigen Gegner" erweitern. Ich bin generell für solide Information im Titel.

STANDARD: Dann war auch "Konkret", das neue "Gut beraten", Ihre Idee?

Resetarits: Wir sind zig Titel durchgegangen. Es gibt ja fast alles schon. Mit der Planung sind wir da noch nicht ganz so weit. Auch in "Konkret" werden Bürgeranliegen Thema sein. Das könnten auch Tests sein, vielleicht probieren wir etwas mit versteckter Kamera aus.

STANDARD: Wie präsentiert sich der "Bürgeranwalt" äußerlich?

Resetarits: Wir spielen bei den Grafikelementen in sehr schicklicher Weise mit den Worten "Bürger" und "Anwalt". Das Logo geht nicht wie beim "Volksanwalt" so stark ins Gelbe, es kommen Blautöne, Schwarz und Weiß dazu.

STANDARD: Aber es bleibt ein stehendes Forum?

Resetarits: Ja, die Kontrahenten stehen sich wie in einer Gerichtsverhandlung gegenüber. Der Moderator, also ich, bleibt in der Mitte. Wir rücken aber näher zusammen, um eine natürliche Diskussionsdistanz zu schaffen.

STANDARD: Wie viel Briefe von Bürgern, die sich ungerecht behandelt fühlen, kommen Sie pro Woche?

Resetarits: "Schauplatz Gericht", "Volksanwalt" und "Gut beraten" zusammengenommen schätze ich rund 30, 40.

STANDARD: Zwölfmal pro Jahr ist das "Bürgerforum" geplant. Laufen hier Vorbereitungen?

Resetarits: Noch nicht. Wir denken über grundlegende Konzepte nach, voraussichtlich starten wir erst im Herbst. Die Option, am 20. Juni zu beginnen, wenn es ausgerechnet um 20.15 Uhr 32 Krügel im Schatten hat, halte ich für nicht verlockend. Im "Bürgerforum" sollen Themen besprochen werden, bei denen bis zu 200 Menschen - eine Bürgerinitiative zum Beispiel - mit einer gewissen Vehemenz ihre Standpunkte vertreten. Wir bekommen zum Beispiel irrsinnig viele Anrufe zum Thema Handymasten. Das könnte schon ein erstes Thema sein.

STANDARD: Wie vermeiden Sie Doubletten mit Barbara Stöckl?

Resetarits: Die Gefahr besteht. Ein Kriterium könnte sein, ein Thema monothematisch anzugehen. Ein anderes wäre, in der Region zu bleiben und Reportagen zuzuspielen. Ob das wirklich trägt, muss man in einem Piloten ausprobieren.

STANDARD: "Schauplatz Gericht" wird ab 10. April zehn Minuten kürzer sein. Mit Ihrer Zustimmung?

Resetarits: Nicht wirklich, ich kann aber auch nichts gegen die innere Logik sagen, dass die "ZiB2" immer um 22 Uhr beginnen soll.

ZUR PERSON: Peter Resetarits (47) kümmert sich um die Bürgersendungen im ORF. Bekannt wurde er als "Ohne Maulkorb"-Moderator. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 14.3.2007)

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