Voller Schreibtisch, dicker Kopf

24. September 2007, 15:00
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Zeig mir deinen Schreibtisch, und ich sage dir, wie du ihn leer bekommst

Unternehmensführung kann man lernen - an der Uni, im Familienbetrieb, im Selbststudium, durch den Sprung ins kalte Wasser. Was selbst erfolgreiche UnternehmerInnen aber nie gelernt haben, ist strukturiertes Arbeiten. Der Weg dorthin, meinen viele, beginne beim geordneten Schreibtisch.

Dass Chaos am Tisch ein Signal für Kreativität im Kopf sei, ist eine Mär, weiß auch Dorothea Engel-Ortlieb. Menschen mit einem vollen Schreibtisch Menschen "fühlen sich in der Arbeit bedrängt, müssen ständig umschichten und sind auf ihrer Arbeitsfläche platzmäßig eingeschränkt", sagt die Qualitätsmanagerin, die dem Thema ein Hörbuch gewidmet hat.

"Zuhören und aufräumen"

"Zuhören und aufräumen" ist die Devise. In 41 Minuten bekommt man die sieben zentralen Schritte am Weg zum leeren Schreibtisch erklärt - und wird dabei zum Teil gezwungen, schlechte Angewohnheiten zu überdenken. Ein Beispiel: "Wie heißen Ihre Stapel? Wie lange liegen die Stapel auf Ihrem Schreibtisch? Einen Tag, eine Woche, einen Monat?"

Engel-Ortliebs Lehrstück moralisiert aber nie, sondern zeigt in anschaulichen, kleinen Schritten vor, wie man Ordnung ins lang gewachsene, täglich gelebte Chaos bringen kann.

Mit Regeln wie "Alles, was fertig ist, gehört nicht auf den Schreibtisch" oder "Alles schön der Reihe nach - die Reihenfolge dürfen Sie sich selber aussuchen" lernt man Schritt für Schritt, einst Wichtiges und längst zu Staub Gewordenes zu entsorgen, um Platz für (gedanklich) Neues zu schaffen - in Zeiten der oft beschworenen Innovativität wohl ein wichtiger Faktor.

Weniger Chaos, weniger Stress

Wer freie Räume schafft, lernt auch, Zeit bewusst zu gestalten. Engel-Ortlieb gibt auch nütliche Tipps, um einen Überblick über terminliche Verpflichtungen zu bewahren. Denn wer Terminstress hat, kommt auch selten zum Aufräumen. Und wer im Chaos untergeht, gerät leichter in Stress.

Dass die Anleitung zum Leeren Schreibtisch nicht als Buch, sondern als Hörbuch publiziert wurde, hat durchaus Vorteile: Man kann es kapitelweise am Weg zur Arbeit, beim Frühstück oder während des Morgenlaufs anhören, um den Tag gleich mit einer halbstündigen Systematisierungsaktion zu beginnen.

(red)

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