Frau mit Hantel erschlagen: Acht Jahre Haft

15. März 2007, 14:52
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Mehrmals auf Kopf eingeschlagen und Fernsehapparat auf am Boden liegende Frau geworfen - Urteil nicht rechtskräftig

Wien - Wegen Totschlags ist am Dienstagabend ein 21-jähriger Mann im Wiener Straflandesgericht zu acht Jahren Haft verurteilt worden. "Ich schäme mich, dass ich mich nicht im Griff gehabt habe", so der Angeklagte vor dem Schwurgericht (Vorsitz: Norbert Gerstberger). Die Frau habe "sehr verachtend gelacht, mich angeschaut und gesagt 'Du bist kein Mann!'. Da sind Emotionen in mir rausgekommen, die ich nicht beschreiben kann."

Daraufhin hatte er eine zwei Kilogramm schwere Damen-Hantel ergriffen und damit sechs bis acht Mal auf den Kopf der Frau eingeschlagen. Anschließend warf er noch den Fernseher auf die zu Boden gestürzte Mutter von zwei Kleinkindern. Die Frau erlag den schweren Verletzungen.

"Kindheitserlebnisse"

"Da sind Kindheitserlebnisse in ihm hochgekommen", versuchte Verteidiger Farid Rifaat die Bluttat zu erklären. Sein Mandant leidet an einer hormonellen Störung, die einen weiblichen Brustansatz zur Folge hat. "Er hat geglaubt, es ist jetzt weg. Er hat das Problem verdrängt", so der Verteidiger.

Die Geschworenen verwarfen nach mehrstündiger Beratung die Mordanklage und entschieden im Sinne des Angeklagten, der sich in Richtung Totschlag verantwortet hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger erbat Bedenkzeit, Staatsanwältin Hanna Fian gab vorerst keine Erklärung ab.

(APA)

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