Lkw-Maut soll um vier Cent teurer werden

14. März 2007, 22:47
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Verkehrsminister Faymann plant Anhebung, muss aber noch abklären, ob sie EU-rechtlich möglich ist

Wien - Nach Bekanntwerden des kräftigen Anstiegs im heimischen Lkw-Verkehr hat Verkehrsminister Werner Faymann (S) die Pläne zur Anhebung der Lkw-Maut um knapp ein Fünftel bekräftigt. Die Regierung strebe weiterhin "eine Erhöhung um vier Cent pro Kilometer" an - "als ersten Schritt für weniger Schwerverkehr". "Allerdings ist noch offen, welche Erhöhung mit der geltenden EU-Wegekostenrichtlinie vereinbar ist", räumte er am Dienstag in einer Aussendung ein. Bis zum Sommer hofft Faymann "einen positiven Abschluss der Verhandlungen" mit Brüssel.

Längerfristig setzt der Verkehrsminister auf eine neue Mautrichtlinie, die dann mehr Spielraum bei der Mauthöhe ermöglichen soll. "Mein Ziel ist es, dass die neue Wegekostenrichtlinie, die ab nächstem Jahr verhandelt wird, eine tatsächliche Kostenwahrheit im Schwerverkehr möglich macht", betonte er. Erst beim EU-Gipfel vergangene Woche hatten die 27 Mitgliedstaaten auf Drängen Österreichs in ihrer Schlussfolgerungen festgehalten, dass in der Mautberechnung externe Kosten - etwa Belastungen durch Umweltverschmutzung, Lärm oder Staus - in Zukunft berücksichtigt werden sollen.

Lkw-Verkehr stark angestiegen

Der Lkw-Verkehr in Österreich ist heuer in den ersten beiden Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent gestiegen. In Ostösterreich betrug die Zunahme fast 40 Prozent. Mehr Lkw gibt es vor allem im heimischen Verkehr und im Transit aus Ungarn und Rumänien.

Laut Faymann war für den sprunghaften Anstieg der Lkw-Durchfahrten unter anderem die Einführung einer kilometerabhängigen Maut in Tschechien verantwortlich. Die hat dem Verkehrsminister zufolge dazu geführt, dass ungarische und rumänische Frächter nicht mehr die Route über Tschechien nach Deutschland wählen. Stattdessen ergebe sich in einer Kosten-Zeit-Rechnung Österreich im Moment als die günstigste Durchfahrtsroute. Ein zusätzlicher Faktor sei aber auch der vermehrte Warenumschlag über das Schwarze Meer, von wo aus Waren mittels Lkw nach Mitteleuropa geliefert werden. Außerdem habe der milde Winter dazu geführt, dass Bauprojekte weiter geführt werden konnten, was ebenfalls zu einem Anstieg der Lkw-Fahrten geführt habe, hieß es aus dem Verkehrsministerium. (APA)

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    foto: europass
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