Mindestens 18 Tote bei Kämpfen in Mogadischu

22. März 2007, 10:06
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Angriff auf Präsidentenpalast - Präsident verlagert Regierungssitz in die Hauptstadt

Mogadischu - Wenige Stunden nach dem Umzug des somalischen Staatschefs Abdullahi Yusuf Ahmed in die Hauptstadt Mogadischu sind bei Angriffen auf den Präsidentenpalast mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Unbekannte Aufständische hätten die Villa Somalia mit Mörsergranaten angegriffen, berichteten mehrere Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP übereinstimmend. Dabei seien acht Mitglieder einer Familie gestorben, deren nahe gelegenes Haus von einer Granate getroffen worden sei. Bei Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und den Angreifern seien zudem mindestens fünf Menschen durch Querschläger getötet worden.

Präsident Abdullahi Yusuf blieb bei dem Angriff nach Angaben eines Sicherheitsbeamten unverletzt. Auch sonst sei niemand in der Villa Somalia verletzt worden. Abdullahi Yusuf hatte mit seinen Mitarbeitern erst im Laufe des Tages das Gebäude bezogen, nachdem die somalische Übergangsregierung am Vorabend den Umzug von Baidoa nach Mogadischu beschlossen hatte. Auch die übrigen Regierungsmitglieder wollten in den nächsten Tagen trotz der unsicheren Lage in Mogadischu in die Hauptstadt umziehen. Sitz der Übergangsregierung war seit ihrer Gründung 2004 die Stadt Baidoa, etwa 250 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt.

Angriff auf äthiopische Soldaten

Bei zwei weiteren Angriffen in Mogadischu kamen am Dienstag fünf Menschen ums Leben. Unbekannte griffen Augenzeugen zufolge einen Konvoi der äthiopischen Armee an. Darauf kam es zu einem heftigen Schusswechsel. "Zwei Menschen wurden von Querschlägern getötet", sagte ein Nachbar eines der Opfer. Einem anderen Augenzeugen zufolge gab es neun Verletzte, darunter auch äthiopische Soldaten. Die äthiopische Armee hatte der somalischen Übergangsregierung im Dezember und Januar dabei geholfen, die in weiten Teilen des Landes herrschenden islamistischen Milizen zu vertreiben.

Ein weiterer Anschlag wurde mit einer Bombe auf den Wagen des stellvertretenden Bürgermeisters von Mogadischu verübt. Das Vize-Stadtoberhaupt wurde dabei Augenzeugen zufolge verletzt, drei hohe Beamte starben den Angaben zufolge. Islamisten hatten zuvor Flugblätter verteilt, auf denen sie den kommunalen Politiker bedrohten.

Die somalische Übergangsregierung hatte im Dezember und im Januar in einer gemeinsamen Offensive mit der äthiopischen Armee die in weiten Teilen des Landes herrschenden islamistischen Milizen vertrieben. Der UN-Sicherheitsrat hatte der AU Ende Februar das Mandat zu einem sechsmonatigen Militäreinsatz in dem ostafrikanischen Land erteilt. Die ersten Soldaten der Friedenstruppe trafen unterdessen in Somalia ein. Somalia hatte seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr. (red/APA)

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