Webeifer kreativer Köpfe

13. März 2007, 14:30
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Cyberschool gewinnt immer mehr an Popularität - Vor allem der Bereich Technik gewinnt immer mehr Zuspruch

Steyr/Wien/Klagenfurt - Ob Software oder ganze Maschinenanlagen: Die 118 bisher eingelangten Homepages bei Cyberschool erstrecken sich über die unterschiedlichsten Themengebiete. In den nach Alter und Wissensstufen unterteilten Kategorien "Classics", "Technics" und "Juniors" sowie der Sonderkategorie "Girls Only" findet sich jedes nur erdenkliche Projekt. Auf die kreativsten Köpfe warten Sach- und Geldpreise. Bis 31. März bleibt Cyberprofis noch Zeit, ihre Multimedia-Projekte einzureichen.

"Zufrieden" zeigt sich Cyberschool-Erfinder Christian Czaak: "Besonders in der Junior-Kategorie haben wir viele klassenübergreifende Projekte, was ich toll finde, da das sehr sozial ist. Natürlich gibt es nach dem lachenden Auge auch das weinende: Technics-Projekte sind total angesagt, jedoch gehen dabei die Junior- und Mädchenprojekte unter."

Kindergartenkindern eine spielerische Vorbereitung auf die Schule zu geben, hat sich "KLAC-KS - Kinder lernen am Computer", das Classics-Projekt von einer reinen Mädchengruppe der HAK Steyr, zum Ziel gesetzt. In den Bereichen "Tiere", "Menschen", "Form und Farbe" und "Natur" sollen Kindergartenkinder mehr über ihre Umwelt erfahren. Von der Figur "Rudi die Raupe" begleitet, bewältigt der User der jüngsten Generation Spiele und Aufgaben, die ihn mit Dingen des echten Lebens vertraut machen. So müssen beispielsweise Abdrücke von Pfoten dem passenden Tier zugeordnet werden. Eine Auswertung über den Erfolg der Übung gibt es dann von Rudi.

Die Spiele entwarfen Verena Roidinger und ihre drei Projektmitglieder selbst. "Wir haben den Inhalt zusammengestellt und dann mit einer Pädagogin auf Kinderfreundlichkeit getestet", erinnert sich Roidinger an das Durchlesen von Kinderbüchern und das Zeichnen der Grafiken. Der Faktor "Spaß" wird bei dieser freiwilligen Vorbereitung auf die Schule großgeschrieben.

Kein Neuland

Über die Website kann man "KLAC-KS" für zehn Euro erwerben. Einige Kindergärten im Raum Steyr wurden schon damit ausgestattet, "als Gegenleistung für Sponsorgelder des Magistrats Steyr". Cyberschool ist für das Projektteam kein Neuland. "KLAC-KS" ist eine Weiterentwicklung des Vorjahresprojekts. "Ein Preis wäre schön", hofft Roidinger.

Ein Projekt für eine andere Alterstufe ist "Medical Monitoring". Hier wird der Puls eines bettlägrigen Patienten am Ohr festgestellt, über Funk an eine Datenbank weitergeleitet und mit Normalwerten verglichen. "Wenn diese nicht passen, wird automatisch die Rettung alarmiert", erklärt Tanja Murth (18), Projektleiterin des Technics-Teams der HTL Rennweg. Durch ein anderes Projektmitglied, welches beim Samariterbund arbeitet, wurden sie auf die Dauerüberwachung in den eigenen vier Wänden aufmerksam.

Auf einer Funkverbindung basiert auch das Technics-Projekt "ZigBee-Raumüberwachung" von Schülern der HTBL Mössinger Straße in Klagenfurt. In großen Gebäuden kommt es durch geöffnete Fenster "zu einem Energieverlust. Diesen wollen wir reduzieren, indem wir jedes Fenster überwachen. Es gibt dann eine Meldung ans Netzwerk und unser Schulwart kann auf seinem Monitor die Web-Applikation öffnen und weiß, in welchem Raum welches Fenster offen ist, beziehungsweise welches Licht brennt", erklärt Michael Trosch, Projektbetreuer. Wenn diese Idee auch an anderen Schulen angewandt wird, müsste kein Schulwart mehr unnötig durch dunkle, einsame Gänge stampfen. (Petra Polak, Alexander Müller, Katharina Holub/DER STANDARD-Printausgabe, 13. März 2007)

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    Kindergartenkindern ihre Umwelt via Internet näher zu bringen, haben sich SchülerInnen der HAK Steyr mit ihrem Projekt "KLAC-KS" zum Ziel gesetzt.

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