Wiens Grüne wollen städtischen Bio-Wein

19. Juli 2007, 16:42
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Umweltsprecher Maresch fordert die Umstellung des Weingutes Cobenzl auf ökologischen Anbau. SPÖ weist Wünsche zurück

Wien - Geht es nach den Grünen, dann könnte die Gemeinde Wien schon demnächst zum Bio-Wein-Produzenten werden. Umweltsprecher Rüdiger Maresch forderte in einer Pressekonferenz am Dienstag die Umstellung des städtischen Weingutes Cobenzl auf ökologischen Anbau. Generell sei der Bio-Bereich in Wien noch sehr unterentwickelt: Nur 17 der 850 Wiener Landwirte arbeiten nach ökologischen Kriterien.

Von den sieben städtischen Landgütern (drei davon in Niederösterreich) seien es bisher nur zwei, so Maresch in einem Bio-Supermarkt in Wien-Neubau: "Wien sollte Vorreiterin sein und in den nächsten drei Jahren auf Biobetriebe umstellen." Im privaten Betreich verlangte er zusätzliche Fördermaßnahmen, eine Informationskampagne, den Ausbau der Selbsternteprojekte auf Ökoparzellen sowie die verstärkte Direktvermarktung von Bioprodukten.

"Ökolandwirtschaft kann einen beträchtlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten", betonte Maresch. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide bringe eine Verbesserung der CO2-Bilanz, verbessere den Humusgehalt des Bodens, verringere die Bodenerosion und schone das Grundwasser.

weist Grüne Bio-Wünsche zurück

Die Wiener SPÖ hat indessen ablehnend auf die Forderungen von Maresch reagiert: "Es gibt keinen Grund, die Wiener Landwirtschaft schlecht zu reden", zeigte sich SP-Landwirtschaftssprecher Christian Hursky empört. Die Stadt Wien sei einer der größten Biobauern Österreichs. 75 Prozent der städtischen Landwirtschaftsflächen würden biologische bewirtschaftet. Eine vollständige Umstellung des städtischen Betriebs sei aber nicht möglich, da die Felder klein seien und zwischen konventionell bewirtschafteten Nachbarflächen lägen. Außerdem würden 14 Prozent aller Wiener Betriebe ökologische Landwirtschaft betreiben. Zwar bekenne sich die Stadt zum Bio-Landbau: "Eine Zwangsumstellung für privat geführte Betriebe wird es in Wien aber ganz sicher nicht geben", untermauerte Hursky. Außerdem sei ohne Bund und EU ohnehin nichts zu machen. (APA)

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