Taxi-Mafia in Venedig aufgedeckt

14. März 2007, 19:46
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Von unbedarften Besuchern völlig überhöhte Preise gefordert

Eine dreiste Taxi-Mafia hat in Venedig jahrelang Touristen ausgenommen. Jetzt sei die kriminelle Vereinigung, die von unbedarften Besuchern für Wassertaxi-Fahrten über den Canal Grande völlig überhöhte Preise forderte, der Polizei ins Netz gegangen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Dienstag.

"Eine Amerikanerin, die zusammen mit ihrer Tochter Ferien machte, hat in der Lagunenstadt 1.000 Euro für eine Fahrt mit dem Motorboot ausgegeben", sagte der zuständige Provinzleiter der Carabinieri. Normalerweise kostet die halbstündige Fahrt vom Flughafen zum Markusplatz in der Innenstadt mit einem Privatboot maximal 100 Euro.

Illegale Konkurrenz

Außerdem hätten die Beschuldigten andere Taxifahrer mit gültiger Lizenz eingeschüchtert und illegale Konkurrenz betrieben, lauten die Hauptvorwürfe der Justiz, die mittlerweile gegen 20 Verdächtige ermittelt. Um an die Touristen heranzukommen, sollen die Angeklagten den Busverkehr umgeleitet, Hinweisschilder und Preistafeln mit korrekten Angaben entfernt und sich mit ihren Motorbooten zwischen die regulären Taxis gedrängt haben.

Bürgermeister Massimo Cacciari fürchte um das Ansehen der Stadt und habe versprochen, die Kontrollen zu erhöhen, schreibt die Zeitung. Jedoch bezweifeln viele Venezianer, dass sich in Zukunft etwas ändern wird. Der bekannte Archäologe Giancarlo Ligabue meint: "Die Republik Venedig hat jahrhundertelang den Respekt vor Gesetzen gelehrt, die Wasser- und Landwege regulieren. Aber inzwischen ist Venedig leider eine unregierbare Stadt geworden." (APA/dpa)

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