WWF: Schnitzel, Schweinsbraten und Co. zerstören den Regenwald

15. März 2007, 15:22
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Steigender Fleischkonsum trägt zur Abholzung bei

Laut WWF zerstören die Ernährungsvorlieben der Österreicher den Regenwald: Für die Fütterung von Schweinen und Rindern werde Soja eingesetzt und Palmöl, das beispielsweise in Margarine enthalten ist, finde sich mittlerweile in jedem dritten Supermarktprodukt wieder. Beide Lebensmittel würden auf Kosten des Regenwaldes produziert. Darauf wies der World Wildlife Fund for Nature (WWF) am Dienstag in einer Aussendung hin.

Um Platz für die stetig wachsende Zahl an Ölpalm- und Sojaplantagen zu schaffen, werden laut WWF riesige Bereiche des ursprünglichen Tropenwaldes in Asien und Südamerika abgeholzt und niedergebrannt. Ein Großteil dieses Sojas werde in den "Tierfabriken der EU" verfüttert. Der steigende Fleischkonsum habe in den vergangenen 20 Jahren die Nachfrage und Produktion nach dem Futtermittel für Schlachttiere auf beinahe 210 Millionen Tonnen verdoppelt. Davon gelangen 550.000 Tonnen jährlich nach Österreich, hieß es von der Umweltorganisation.

Verheerende ökologische und soziale Auswirkungen

Palmöl werde zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion, aber auch als Rohstoff vor allem in der chemischen Industrie verwendet. Um den großen Bedarf zu befriedigen, besteht nach Informationen des WWF weltweit bereits eine Anbaufläche von über zehn Millionen Hektar.

Das Konsumverhalten der Österreicher könne verheerende ökologische und soziale Auswirkungen haben, so WWF-Konsumexperte Georg Scattollin. Die Lebensräume vieler Arten in Südostasien seien betroffen. Gefährdete Tiere wie der Orang Utan, der Tiger und das Java-Nashorn kämpfen auf immer kleiner werdenden Urwaldflächen ums Überleben. In Brasilien etwa sei neben dem tropischen Regenwald auch der Atlantikwald und die "Cerrado" - die artenreichste Savanne der Welt - von der Abholzung bedroht. Von der brasilianischen Savanne seien nur mehr 20 Prozent intakt, betonte der WWF.

Nachhaltig zu Konsumieren sei prinzipiell möglich. Soja, das nach den "Basler Kriterien" und daher umweltverträglicher und sozial gerechter produziert werde, sei in Österreich erhältlich. Allerdings sei es beim Fleischkauf schwierig zu erkennen, welche Art von Futtermittel eingesetzt wurde, erklärte Scattolin und fordert Handelsketten und Futtermittelimporteure auf, "Verantwortung zu übernehmen". (APA)

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