Chancengleichheit: Theorie und Praxis

30. März 2007, 13:58
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EU-Abgeordnete Prets: Aktueller Gleichstellungsbericht ernüchternd - Umsetzung der EU-Richtlinien hinkt

"Die zahlreichen Versprechungen zur Förderung der Chancengleichheit der Geschlechter müssen endlich konkrete Politik in der EU werden", betonte die SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets am Dienstag im Europäischen Parlament in Strassburg. Hier steht im Rahmen einer Plenarsitzung die Bewertung des von der EU-Kommission vorgelegten Fahrplans zur Gleichstellung bis zum Jahr 2010 auf dem Programm.

Im Fahrplan sind wichtige Initiativen für die Gleichstellung und mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen, sowie Maßnahmen gegen Gewalt und Geschlechterstereotypen enthalten. "Es fehlen aber neue Gesetzesvorschläge", kritisiert EU-Abgeordnete Prets, "die die Mitgliedstaaten präzise in die Pflicht nehmen".

Gleichstellungsbericht 2007

Die Ergebnisse des aktuellen Gleichstellungsberichts 2007 seien ernüchternd. Die Segretion auf dem Arbeitsmarkt und das massive Lohngefälle bestehen anch wie vor, so Prets. "Bei der Aufteilung der häuslichen und familiären Aufgaben herrscht immer noch starkes Ungleichgewicht und Frauen haben zunehmend Schwierigkeiten, Berufs- und Privatleben zu vereinbaren". Als exemplarischen Beleg für diese Entwicklung nannte Prets den Rückgang der Zahl der weiblichen Personen in Führungspositionen. In Österreich würden nur mehr 27 Prozent dieser Stellen von Frauen besetzt.

EU-Richtlinien

Das Europäische Parlament fordere außerdem strenge Strafen gegen ausbeuterische Arbeitgeber und eine verstärkte Unterstützung der unternehmerischen Selbständigkeit von Frauen durch die nationalen Regierungen. "Weiters soll nach Ansicht der Mehrheit der Abgeordneten pro EU-Land eine weibliche Person als Gleichstellungsbeautrage im Rahmen der Lissabon-Strategie nominiert werden. Überdies muss die EU mit der Vorlage einer entsprechenden Richtlinie mehr gegen Gewalt an Frauen unternehmen", erklärte Prets. Auch sollten Väter und männliche Mitbewohner ermutigt werden, bestehende flexible Arbeitszeitmodelle zu nutzen und Pflichten im Haushalt und in der Familie etwa durch Vaterschaftsurlaub wahrzunehmen, schloss die EU-Abgeordnete. (red)

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