Keine großen Aufreger bei Wolf-Befragung

26. März 2007, 11:23
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Widersprüche bezüglich deutschem Rechnungshof-Bericht

Wien - Bei der Befragung von "Airchief" Erich Wolf am Montag im Eurofighter-Untersuchungsausschuss sind große "Aufreger" ausgeblieben. Zu dem derzeit behandelten Beweisthema "Vorgänge nach Vertragsverhandlungen" konnte Wolf keine neuen Erkenntnisse liefern. Befragt wurde er unter anderem zu den Lieferterminen, Flugstunden, der Pilotenausbildung und einem am Montag im Ausschuss bereits zuvor erwähnten kritischen Bericht des deutschen Rechnungshofes aus dem Jahr 2003.

Dabei verstrickte sich Wolf in Widersprüche. Er meinte zunächst, diesen nicht gelesen zu haben, musste aber später zugeben, diesen sehr wohl gekannt zu haben. Er habe für ihn jedoch keine Relevanz gehabt, mehr wollte er dazu dann aber auch nicht sagen. ÖVP-Fraktionsführerin Maria Fekter wies darauf hin, dass die SPÖ den Bericht damals auf ihrer Homepage für jedermann zugänglich gemacht habe.

Interview

Der Ausschussvorsitzende Peter Pilz thematisierte ein Interview, das Wolf im November 2006 dem "Kurier" gegeben hatte und in dem er über die Möglichkeit von Auslandseinsätzen der Eurofighter nachdachte. Er verwies darauf, dass dies nur seine persönlich entwickelte Vorstellung gewesen sei. Außerdem sei er in dem Interview nicht "korrekt wiedergegeben worden". Dass er trotzdem keine Richtigstellung verlangt habe, löste bei Pilz Verwunderung aus.

Wolf wurde nach rund zwei Stunden aus dem Ausschuss entlassen. Die Sitzung wurde nach elfeinhalb Stunden beendet. Die nächsten Befragungen des Eurofighter-Ausschusses finden am Dienstag statt. Geladen sind unter anderem die Finanzbeamten Herbert Hillingrathner und Gerhard Steger, die bisher immer wieder für Trubel im Ausschuss gesorgt hatten.

Der FPÖ-Abgeordnete Ewald Stadler kündigte eine parlamentarische Anfrage "in der Qualität einer Disziplinaranzeige" im Zusammenhang mit den Aussagen des Beamten des Verteidigungsministeriums, Edwin Wall, an. Stadler verdächtigt Wall, der bei den Vertragsverhandlungen federführend war, zum erheblichen Nachteil der Republik Österreich agiert zu haben. (red/APA)

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