Ein Jahr später

13. März 2007, 15:49
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Die "Sackerl für das Gackerl"-Kampagne ist herzig - aber vielen hartgesottenen Hundigassigeher/innen so was von scheißegal

"Wien ist noch immer ein Hundeklo", sagt Petra Jens, die vor einem Jahr mit ihrer Initiative binnen weniger Wochen 157.000 Unterschriften zusammengebracht hat. So viel zum "sanften Weg" ("keine Strafen"), den die Wiener Stadtverwaltung gewählt hat, um uneinsichtige und selbstgerechte Besitzer von kaninen Scheißeproduzenten zu einer Änderung ihres asozialen Verhaltens zu bringen. Denn um lupenreines asoziales Verhalten handelt es sich ja, wenn man seine Lieblinge den öffentlichen Raum und vor allem Kinderspielflächen zuscheißen lässt. Und man kann sich immer noch die absurdesten Ausreden ("Hundeverbotszonen sind verfassungswidrig") und die wüstesten Beschimpfungen anhören, wenn man Hundebesitzer auf ihr (verbotenes) Tun aufmerksam macht. Die "Sackerl für das Gackerl"-Kampagne ist herzig, aber vielen hartgesottenen Hundigassigeher/innen so was von scheißegal.

Nur eines hat sich doch verändert: Die Freiheit zur Verteilung von Hundekot scheint etwas weniger sozial akzeptiert zu sein als früher. Doch der soziale Druck ist noch zu schwach. Hundekackeverteilen muss als Prolo-Verhalten gelten, dann braucht man vielleicht auch keine Strafen. (Hans Rauscher, DER STANDARD-Printausgabe, 13.03.2007)

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