Irakisches Tribunal plant Anklage gegen iranische Exil-Gruppe

16. März 2007, 11:16
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Volksmujaheddin weisen Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück

Bagdad - Das irakische Sondertribunal bereitet eine Anklage gegen eine iranische Exil-Gruppe vor, die den gestürzten Machthabern bei der Unterdrückung von Schiiten und Kurden zur Hand gegangen sein soll. "Uns liegen umfangreiche Belege für die Beteiligung der iranischen Gruppe an Verbrechen gegen die Menschlichkeit des früheren Regimes vor", sagte Jaafar al-Mussawi, Chefankläger des Gerichts, das mit US-Unterstützung zur Verfolgung der Verbrechen unter dem mittlerweile gehängten Saddam Hussein gebildet worden ist.

Die Ermittlungen richten sich gegen die Volksmujaheddin ("Mujaheddin e-Khalk"), die für ihren Kampf gegen die iranische Theokratie jahrelang von Saddam Militärhilfe bekommen haben soll. Den Angaben zufolge existieren unter anderem Videoaufnahmen, die die Zusammenarbeit belegen sollen. Eine Anklage gegen die iranische Gruppe wäre das erste Verfahren des Tribunals gegen Ausländer.

Ein Sprecher der Mujaheddin wies die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat den Mudschahedin zuletzt im Juli vergangenen Jahres vorgeworfen, sich auch heute noch in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzumischen. Saddam verschärfte die Verfolgung der Schiiten und Kurden nach der Niederlage des Iraks im Golfkrieg 1991. (APA/Reuters)

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